Auffallend viele Experten erwarten eine Wiederkehr derInflation, einige sogar eine Zeit anhaltender Geldentwertung. Damit versetzen sie Anleger in helle Aufregung. Thomas Buckard, Gründungsmitglied der Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen AG, rät zu Gelassenheit. Er hält die Rückkehr des "Anleger-Schrecks Inflation" für unwahrscheinlich. Vielmehr geht er in Europa von einer Verlangsamung der Geldentwertung aus. 

Buckards Argumente: Zum einen braucht es für Inflation eine steigende Kapazitätsauslastung oder eine beschleunigte Lohn-Preis-Spirale. "Von beidem sind wir in Europa weit entfernt", betont der Experte. Zum anderen liegt der Rohölpreis, der zumindest bei der Berechnung der erweiterten Inflationsrate eine wichtige Rolle spielt, weit unter dem vergleichbaren Ausgangswert. Und eben das führt zu einer dauerhaft niedrigen Inflationsrate, wie der Vermögensprofi erklärt. 

US-Notenbank fährt anderen Kurs
Im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank (EZB) hob die US-Notenbank Fed zuletzt ihren Leitzins an – auf 2,5 Prozent. Sie reagierte somit auf die gestiegenen inflationären Gefahren, denn die US-Wirtschaft wächst stark, und es herrscht in den USA beinahe Vollbeschäftigung. 

Doch auch die amerikanischen Währungshüter fahren einen ruhigeren Kurs als von vielen Beobachtern erwartet. Die Fed plant demnach nicht mehr mit vier Zinserhöhungen in 2019, sondern nur noch mit zwei. Alles in Allem, folgert Burkard, "scheint – zumindest in diesem Jahr – die Inflation ein Schreckensgespenst zu bleiben". (fp)