Deutsche Privatanleger sehnen sich nach Garantieversprechungen. Das zeigt sich unter anderem an den hohen Volumina, die in Lebens- und Rentenversicherungen investiert sind. Vor allem nach der Finanzkrise 2008 stieg das Angebot an Garantiefonds mit vorgegebener Laufzeit und festem Rückzahlungspreis. "Den Privatanlegern ist wahrscheinlich bis heute nicht klar, dass solche Fonds, je nach Zinsniveau, zu 80 bis 95 Prozent aus sogenannten Null-Kupon-Anleihen bestehen", sagt der Vermögensverwalter Andreas Görler von Pruschke & Kalm.

Bei solchen auch als Zerobonds bezeichneten Schuldverschreibungen findet keine laufende Verzinsung statt. Ihre Rendite kommt durch die Differenz von Emissionskurs und Fälligkeitsbetrag zustande. Lediglich zwischen fünf bis maximal 20 Prozent des Fonds bestehen aus einer Aktienkomponente, die zumeist aus Optionen auf Indizes gebildet wird. "Es war daher fast egal, ob man einen Garantiefonds auf Rohstoffe, europäische Aktien oder einen internationalen Aktienkorb gekauft hat", sagt Görler mit Blick auf die damals lancierten Garantiefonds-Konstruktionen. Da diese Papiere extrem empfindlich auf Zinsänderungen am Kapitalmarkt reagieren, stiegen ihre Kurse den fallenden Zinsen entsprechend ab 2008 deutlich an. Wer davon profitieren und vorzeitig verkaufen wollte, wurde mit einer zusätzlichen Gebühr für den vorzeitigen Verkauf belastet.  

Lieber Investmentfonds statt Rentenfonds
Daher wären Anleger mit lange laufenden Rentenfonds in Kombination mit Geldmarktfonds besser gefahren, meint Görler. Diese waren in der Phase von 2008 bis 2015 genauso effektiv und zugleich kostengünstiger. Doch auch diese Phase ist mittlerweile vorbei und aktuell sollten Anleger angesichts leicht steigender Zinsen auch Rentenfonds meiden. Der Profi rät stattdessen zu klassischen Investmentfonds in Kombination mit passiven Indexfonds (ETFs). Damit lassen sich auch beliebige Schwerpunkte setzen, sei es Liquidität, Sicherheit oder Rendite. (fp)