Für den US-Energiesektor bedeutet die anstehende Präsidentschaft von Joe Biden eine echte Kehrtwende. Im Gegensatz zu Noch-Amtsinhaber Donald Trump will der Demokrat, dass die USA ihren Beitrag zum Klimaschutz gemäß dem Pariser Abkommen leisten. "Das eröffnet abseits der ausgetretenen Investmentpfade interessante, risikoarme Anlagechancen für institutionelle Investoren", sagt Dieter Falke, Geschäftsführer vonQuant Capital Management.

Vor allem das Thema grüne Infrastruktur dürfte für Anleger interessant sein. So wird in den kommenden Jahren wohl viel Geld von Regierungen, Noten- und Förderbanken in erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Wind oder Biomasse fließen. Grüner Strom ist wiederum der Schlüssel zu nachhaltiger Mobilität, erklärt Falke. "Der Investitionsbedarf bei grüner Infrastruktur, vor allem bei der Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen, ist gewaltig", sagt er. 

Spezialschiffe als Investment-Vehikel
Klassiker wie Investments in Offshore-Windkraftanlagen lohnen sich heute kaum noch, sagt der Vermögensverwalter. Stattdessen rät er institutionellen Anlegern, jetzt auf sogenannte Turbine Installation Vessels (TIVs) zu setzen. Das sind Spezialschiffe, die dafür entwickelt wurden, große Windturbinen im Meer zu verankern. Zurzeit gebe es von diesen Schiffen weltweit gerade einmal 23 Stück, sagt Falke. "Die USA sehen diese Technik als kritische Ressource an, weshalb vier bis sechs eigene TIVs gebaut werden sollen, um 1.700 Turbinen bis zum Jahr 2030 errichten zu können. Für institutionelle Investoren bieten sich hier sehr interessante Einstiegsmöglichkeiten." (fp)