Dürfen Anleger in diesem Jahr mit einer Jahresendrally an den Aktienmärkten rechnen? Die Wahrscheinlichkeit dafür bewertet Uwe Eilers als "recht hoch". Der Vorstand der Vermögensverwaltung FV Frankfurter Vermögen geht davon aus, dass in den kommenden Wochen kaum noch böse Überraschungen drohen. Den relevanten Anlegergruppen seien die Aussagen der Notenbanken in Bezug auf mögliche Zinsszenarien inzwischen bekannt, begründet er seine Prognose. Das beschlossene US-Infrastrukturprogramm gebe vielen Branchen zudem weiteren Auftrieb.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zwar – anders als die US-Notenbank Fed – angekündigt, Anleihekäufe bis auf weiteres fortzusetzen. "Ob dies allerdings tatsächlich durchgehalten wird, ist zweifelhaft, da die Inflationsraten in der Eurozone weiterhin hoch bleiben sollten und eine Lohn-Preis-Spirale drohen könnte", schreibt Eilers in seinem Kommentar. Der Zinsvorteil könnte dem US-Dollar nützen und die Inflationsraten in Deutschland weiter steigen lassen. Für Eilers kein Grund zur Beunruhigung: "In der Vergangenheit wären dies alles Zeichen für einen Einbruch an den Aktienmärkten gewesen. Bislang sind die Anleger allerdings noch äußerst gelassen und die Kurse steigen weiter", so Eilers.  

Keine Aktien-Alternativen
Die seit dem Corona-Ausbruch weltweit erhöhten Sparquoten haben zu einer hohen Liquidität an den Finanzmärkten geführt. Daher wird sich die Hausse laut Eilers weiter selbst nähren – zumal es angesichts niedriger Anleihezinsen und hoher Immobilienbewertungen kaum Alternativen zur Anlage in Aktien gebe. (fp)