Das goldene Zeitalter des Westens neigt sich dem Ende zu. Asien und insbesondere China gehört die Zukunft, sagt Andreas Grünewald, Vorstand der Münchner Vermögensverwaltung FIVV. Er ist überzeugt: Das Reich der Mitte wird in nicht allzu langer Zeit die USA ihrer Vormachtstellung berauben. "China hat einen visionären Plan für die kommenden 30 Jahre", erklärt Grünewald. Staatspräsident Xi Jinping will das Land zur wohlhabenden, ökologischen Hightech-Nation machen. Im Westen ist dagegen von zukunftsweisenden Visionen nicht viel zu sehen.

Die Anzahl der internationalen Patentanmeldungen ist in China mittlerweile höher als in den Vereinigten Staaten. "Gleichzeitig wachsen hunderte Millionen junger und immer besser ausgebildeter Chinesen erstmals in den Konsum hinein und befeuern die Wirtschaft", so der Vermögensprofi. Parallel dazu lässt sich der politische Wille erkennen, international mehr Verantwortung und letztlich eine Führungsrolle zu übernehmen.

Strafzölle kriegen China nicht klein
Der Handelsstreit mit den USA werde China nicht in die Knie zwingen, sagt Grünewald. Er weist darauf hin, dass die gesamten chinesischen Exporte in die USA gerade einmal vier Prozent der chinesischen Volkswirtschaft ausmachen – weniger, als Chinas Bruttoinlandsprodukt allein im laufenden Jahr wachsen wird. "Zudem bedeutet ein Strafzoll nicht, dass diese Umsätze komplett wegbrechen", so der Vermögensverwalter.

Chinas Aufstieg bietet Chancen für Investoren. So entwickelt sich Schanghai allmählich zu einem globalen Finanzzentrum. "Schritt für Schritt öffnen sich die chinesischen Aktien- und Bondmärkte", erklärt Grünewald. Das Gesamtumfeld dürfte die Gewinne chinesischer Unternehmen weiter beflügeln – und somit auch die Aktienkurse. "Zur Risikoreduktion ist aber eine breite Titel- und Branchenstreuung sowie ein langfristiger Anlagehorizont wichtig", mahnt der Anlageexperte. (fp)