Sparer sollten sich nicht auf Zinserhöhungen der Notenbanken verlassen, wenn sie mit ihrer Geldanlage in Zukunft Erträge erwirtschaften wollen, findet Markus Richert, zertifizierter Finanzplaner und Seniorberater bei der Portfolio Concept Vermögensmanagement in Köln. "Sparern einen positiven Zins für Ihre Anlagen zu gewährleisten, gehört nicht zu den Aufgaben einer Notenbank." Er rät stattdessen, auf Aktien umzusteigen. "Wer einen Ertrag auf sein Kapital will, muss investieren." Langfristig sei die Aktie die erfolgreichste Anlageklasse, argumentiert er.

Wie hoch Zinsen sind, hänge vor allem von Angebot und Nachfrage auf dem Kapitalmarkt ab. Dieses Prinzip können auch Notenbanken nicht durchbrechen, betont Richert. Der Vermögensverwalter weist darauf hin, dass die Zinsen nicht erst seit der Finanzkrise im Jahr 2008 niedrig sind, sondern bereits seit Ende der 1980er Jahre sinken. Seitdem hat sich das Wirtschaftswachstum im Vergleich zur Nachkriegszeit verlangsamt. Dadurch ist ein Sparüberhang entstanden, der bis heute auf die Zinssätze drückt. 

Vom Sparer zum Investor
Eine Zinserhöhung durch die Notenbanken hält Richert aktuell auch nicht für sinnvoll. Er warnt davor, dass höhere Zinsen das Wirtschaftswachstum weiter bremsen und die Inflationsrate drücken könnten. "Damit würde man einen Mechanismus in Gang setzen, der langfristig noch zu weit tieferen Zinsen führen würde." Der Vermögensverwalter sieht für Sparer eine geeignetere Lösung: selbst zu Investoren werden. (fp)