Rezession, die schlimmste Depression aller Zeiten oder gar der Zerfall des Wirtschaftssystem: In Zeiten der Corona-Pandemie scheint es bei den Prognosen keine Grenzen nach unten zu geben. Kein Wunder, wo doch die Kapitalmärkte Jo-Jo spielen, die Infektionszahlen steigen und Unternehmen bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Und doch: Rein analytisch betrachtet, dreht sich der Ausblick bereits, sagt Ivan Mlinaric, Geschäftsführer von Quant.Capital Management.

Es sind vor allem die weit gezogenen Hilfsmaßnahmen, die ihn optimistisch in die Zukunft schauen lassen. "Wir sehen eine starke Welle internationaler Kooperation", sagt Mlinaric. Die EU hatte zum Höhepunkt der Krise medizinische Hilfsgüter nach China geschickt. Jetzt unterstützt China Italien, genau wie Russland, das medizinisches Material und Personal dorthin sendet. Deutschland nimmt Patienten aus Italien und Frankreich auf, Infektionskleidung wird international geteilt, kurzum: "Die Gesundheit der Menschen wird dem wirtschaftlichen Wohlstand vorgezogen", sagt der Experte.

Schutzschild gegen Risiken
Wer noch immer glaubt, dass die Corona-Pandemie lange wüten wird, unterschätzt laut Mlinaric die Innovationskraft der Menschheit. Natürlich sei die Krise noch nicht vorbei, aber sie könnte schneller enden, als viele Beobachter erwarten. Nahezu sicher sei allerdings auch, dass diese Erholung unter starken Schwankungen erfolgen wird – eine schnelle und schnurgerade Aufwärtsbewegung wird es laut Mlinaric nicht geben. Er rät, im Positiven auch die Gefahren zu sehen und einen Schutzschild zu bauen. "Ein Risikomanagement mit neutralem Blick ist die beste Chance, in unruhigen Zeiten einigermaßen ruhig zu schlafen und neue Chancen zu nutzen." (fp)