Wer Gold als klassische Geldanlage betrachtet und behandelt, wird enttäuscht werden, sagt Gottfried Urban, Vorstand der Bayerische Vermögen aus München. Denn das gelbe Metall eigne sich weder für die Absicherung bei Krisen anderer Anlageklassen, noch sei es sonderlich wertstabil. Das zeige der Blick in die Vergangenheit: "2008 verloren Aktien stark an Wert, Gold konnte in diesem Jahr lediglich seinen Wert unter großen Schwankungen behalten", sagt Urban. Im Crashmonat Oktober 1987 verlor der US-Aktienmarkt mehr als fünfzehn Prozent. Gold stieg in dieser Zeit allerdings nur um rund ein Prozent. Und auch im Jahr 2018 enttäuschte die Entwicklung des Goldpreises.

Dieser schwanke ohnehin stark, sagt Urban. Nicht selten würden sich Anleger verspekulieren. "Unrühmliche Bekanntheit erlangte der damalige britische Finanzminister Gordon Brown, indem er zwischen 1999 und 2003 über die Hälfte der englischen Goldreserven veräußerte – zu Preisen zwischen 250 und 300 US-Dollar", erzählt der Vermögensprofi. Später wurde diese Phase als "Brown-Bottom" bezeichnet. Denn schon wenig später begann der Goldpreis wieder deutlich zu steigen. Auf dem Höhepunkt der Eurokrise zahlten Anleger 1.900 US-Dollar für die Feinunze.

Zehn Prozent Gold im Depot reicht
Für den Vermögensprofi gibt es im Prinzip nur einen Grund, Gold im Depot zu halten: Als Absicherung für den schlimmsten aller Fälle. "Goldinvestments sollten als Versicherung im Falle eines Zusammenbruchs des Geldsystems dienen und weniger der Spekulation auf Kursgewinne", ist Urban überzeugt. Seine Empfehlung: "Bis zu zehn Prozent Goldanteil im Depot reicht – und schauen Sie nicht jeden Tag auf die Preisentwicklung!" (fp)