Wer Gold gebunkert hat, um im Krisenfall abgesichert zu sein, dürfte sich dieser Tage reichlich veralbert fühlen. Der Goldpreis hat zuletzt gemeinsam mit den Börsen verloren. Das sollte erfahrene Anleger eigentlich nicht überraschen, sagt Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Fundamental Capital. "Gold ist kein Krisenschutz. Es ist einfach nur eine Anlageklasse, die mal funktioniert und mal eben nicht", sagt er. "Sie trägt keine Zinsen trägt und nur kostest eben Geld bloß bei der Aufbewahrung." Mit Gold bekommt man jetzt auch kein Klopapier, wenn die Regale leer sind. Dosenravioli kann man wiederum immer noch mit Euro-Münzen bezahlen statt mit Krügerrand.

Mittelfristig wird vielleicht auch Gold im Zuge der Corona-Krise ein bisschen an Wert zulegen, schätzt Zimmer. "Aber wirklich Verluste ausgleichen wird man damit nicht können", sagt er. "Der wirtschaftliche Schaden, der durch die Pandemie-Gegenmaßnahmen ausgelöst wird, ist unfassbar groß." Letztlich wird die Zahl der Firmen- und PrivatInsolvenzen wohl die Zahl der Todesopfer noch übertreffen, mutmaßt der Vermögensprofi. Unternehmensumsätze und Gewinne dürfen weiter einbrechen, und die Börsen mit ihnen. "Dann allerdings sieht man Kaufkurse", so Zimmer.

Auf Bodenbildung warten
Zinssenkungen und Staatshilfen werden der Wirtschaft und den Börsen nicht viel nützen, unkt Zimmer. Finanzspritzen der Regierung treiben nur die Staatsschulden weiter in die Höhe, etwa in den USA, wo Donald Trump versucht, ein billionenschweres Hilfsprogramm durch den Senat zu bringen. "Bereits heute ist das Land so hoch verschuldet, dass auch nur eine marginale Zinserhöhung es an den Rand des Zusammenbruchs bringen wird", sagt Zimmer. Sein Rat an Investoren: auf einen letzten Ausverkauf an den Börsen warten. "Und dann: all in!" (fp)