Zum Ende jedes Jahres freuen sich Kinder auf den Adventskalender – und Investoren auf die Jahresendrally. Die hat allerdings, im Gegensatz zum Adventskalender, kein festes Startdatum – und hat im laufenden Jahr reichlich früh begonnen. "Wir sind schon mittendrin", sagt Marc-Oliver Lux von der Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner in München. Bereits seit Ende August arbeiten sich die Aktienmärkte zielstrebig nach oben. "Nach einem kleinen Rückfall im Oktober hat sich die Aufwärtsbewegung sogar noch beschleunigt", sagt Lux.

Zwei Drittel der Zeit korrigieren die Märkte. Geld verdient wird nur innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne. Wer dann nicht dabei ist, hat auf das Gesamtjahr gerechnet das Nachsehen. "Saisonal sind wir nun in den besten Wochen des Jahres", sagt Lux. Trotzdem sind viele Anleger nicht investiert. Der Grund: Das vergangene Jahr war ein übler Ausreißer, die Börsenkurse stürzten kurz vor Silvester auf ein Zweijahrestief ab. "Der Schreck vom letzten Jahr sitzt bei vielen Anlegern tief", analysiert der Vermögenexperte.

Keine Angst vorm Geist der vergangenen Weihnacht
Das Börsendrama von 2018 dürfte sich dieses Jahr nicht wiederholen, sagt Lux – trotz der durchwachsenen Aussichten für einzelne Wirtschaftssektoren wie bei der Autoindustrie. Wer das früh erkannt hat, kann sich bereits jetzt über ein großzügiges Weihnachtsgeschenk freuen: Zum Ende des Sommers lag der Dax 2.000 Punkt tiefer als heute. Ganz so stark steigen wie zuletzt wird der Index bis Jahresende wohl nicht mehr. Nachzügler können aber trotzdem noch mit Kurszuwächsen rechnen, prophezeit der Vermögensprofi. (fp)