Die Anleiherenditen sind im Keller, Hoffnung auf eine baldige Besserung gibt es nicht. Dennoch finden Bonds reißenden Absatz. Marc-Oliver Lux vom Vermögensverwalter Dr. Lux & Präuner findet diese Entwicklung absurd: "Investoren stürzen sich geradezu auf die Schuldtitel. Das treibt die Kurse immer weiter nach oben und im Gegenzug die Renditen nach unten." Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen ist zeitweise auf ein Tief von minus 0,74 Prozent gefallen.

Wer der Bundesrepublik Geld leiht, der zahlt schon lange drauf – und dass auch bei 30-jährigen Bonds. "Die wichtigste langfristige Benchmark-Anleihe in der Euro-Zone wirft nun keine regelmäßigen Zinserträge mehr ab", sagt der Vermögensverwalter. "Negative Renditen für Anleihen gelten an den Märkten bereits als neue Normalität."

Lockere Zinspolitik hat schädliche Nebenwirkungen
In den USA ist die Entwicklung kaum besser. Noch steht ein Plus vor dem Komma, doch die zehnjährigen US-Anleihen nähern sich ihrem Rekordtief aus dem Sommer 2016. "Ein Ende des allgemeinen Renditeverfalls sehen Analysten und Volkswirte zwar noch nicht, aber sie warnen, dass die schädlichen Nebenwirkungen der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank immer stärker werden", sagt Lux. (fp)