Vorsichtige Anleger lassen ihr Kapital oft jahrelang zinslos auf einem Konto liegen. Zu groß ist die Angst vor möglichen Verlusten. Dabei können auch die Risikoscheuen langfristig mit Hilfe von Anleihen, Aktien und Co. Vermögen aufbauen, sagt Helge Müller, Chefanlagestratege bei Genève Invest in Genf und Luxemburg. Er verweist auf eine spezielle Strategie, die er "Dreifaltigkeit des vorsichtigen Investierens", nennt: Rücklagen bilden, regelmäßige Erträge vereinnahmen und in Wachstum investieren. 

Anleger sollten ihren Sicherheitswunsch ernst nehmen und einen Notgroschen für unvorhersehbare Ausgaben zurücklegen, sagt Müller – für eine kaputte Waschmaschine oder für schlechte Zeiten. "Ich empfehle zwei Monatslöhne", so der Experte. Mit dieser Sicherheit im Rücken können Anleger dann in Titel investieren, die regelmäßige Zinsen oder Dividendenzahlungen bringen. "Es ist ein Mythos, dass es im Euroraum derzeit für Zinstitel keine Erträge gibt", sagt Müller verweist auf Anleihen von Dax-Werten wie Fresenius, Lufthansa oder Volkswagen.

Geldanlage ist keine Hexerei
Defensive Anleger sollten auch konservative Dividendentitel mit ins Depot nehmen. "Selbst solide Konzerne aus dem Dax zahlen Dividendenrenditen von vier bis fünf Prozent", erklärt der Vermögensverwalter. Dabei gilt: Nicht nur die Höhe der Dividendenrendite zählt, sondern auch die Wachstumsprognose des Unternehmens. Müller betont, dass die Angst vor möglichen Risiken des Kapitalmarkts kein Grund sein sollte, eine systematische Kaufkraftentwertung hinzunehmen. "Das Thema Geldanlage ist kein Hexenwerk." (fp)