Infolge von Corona und Ukraine-Krieg steigen die Kosten der meisten Unternehmen. Das schmälert ihre Gewinnchancen. Vor allem Unternehmen mit einem hohen Energie- und Rohstoffbedarf, hohem Kapitalbedarf und einer hohen Wettbewerbsintensität sind dem Einfluss der Inflation ausgesetzt.

Je stärker der Wettbewerb, in dem sich ein Unternehmen behaupten muss, umso weniger ist es in der Lage, Preissteigerungen abzufedern. "Nur wenige Aktien taugen als Inflationsschutz", sagt Dominikus Wagner, Manager des Wagner & Florack Unternehmerfonds. Entscheidend sei, ob ein Unternehmen trotz Preissteigerungen seine Gewinnmargen halten kann, ergänzt Wagner. "Nur dann führt Inflation zu einem höheren Umsatz, mehr Gewinn und einem höheren Unternehmenswert."

Kostenerhöhungen als durchlaufender Posten
Voraussetzung für einen tatsächlichen Inflationsschutz ist nach Einschätzung Wagners eine starke Marktstellung des Unternehmens. Denn nur wenn es steigende Kosten aufgrund von teurer gewordenen Vorprodukten und Versorgungsengpässen an Kunden weitergeben kann, kann es seine Gewinnmarge erhalten. Dafür wiederum ist erforderlich, dass die Wettbewerbshürden ausreichend hoch und Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens ausreichend ausgeprägt sind.

Als Beispiel führt Wagner den Konsumgüterkonzern Procter & Gamble an, der trotz hoher Inflation seine Gewinnmarge nahezu beibehalten konnte, weil er Preiserhöhungen durchsetzen konnte und dennoch starke Absatzzahlen aufwies. Ähnliches gelte auch für den Nahrungsmittelkonzern Nestlé, der in den vergangenen zwölf Monaten die Preise seiner Produkte kumuliert um 12,1 Prozent bei gleichbleibender Gewinnmarge erhöht hat. (tw)