Wer neu in der Anlagewelt ist, muss sich zwischen Kursen und Renditen zurechtfinden und dabei das eigene Vermögen nicht aus den Augen verlieren. Für Lothar Koch, Anlageberater bei GSAM+Spee Asset Management, sind vier Faktoren entscheidend, auf die Anfänger achten sollten: Das wichtigste für ihn ist eine Strategie, die das Risiko über mehrere Anlageklassen hinweg streut. Er rät: "Wenn Sie strategisch vorgehen, stellen Sie sich bei Tipps von Kollegen, Magazinen oder dubiosen Börsendiensten konsequent taub."

Koch vergleicht den strategischen Anleger mit einem General, für den es nur gilt, das langfristige Renditeziel mit möglichst geringen Verlusten zu erreichen. Dazu muss der Investor beharrlich bleiben und Ausdauer mitbringen  – sein zweiter Tipp. Nur so lassen sich Verluste ausgleichen. Wer frühzeitig das Handtuch wirft, vertut seine Chance auf Erholung, sagt der Anlageberater. Trotzdem sollten Anleger bei realistischen Erwartungen bleiben und auf den sogenannten Zinsenszinseffekt bauen – der dritte Tipp.

Zum Faktor Zeit gibt Koch ein Beispiel: Wer einmalig 10.000 Euro in einen Indexfonds auf den Weltaktienmarkt investiert und danach 15 Jahre lang monatlich 100 Euro einzahlt, hat bei einer jährlichen Rendite von nominal sechs Prozent am Ende ein Vermögen von 52.800 Euro vor Steuern beisammen und damit einen Gewinn von 24.800 Euro erzielt – eine hübsche Summe! Ein Anleger, der bei sonst gleichen Bedingungen 15 Jahre vorher begonnen hat und so 30 Jahre lang anspart, kommt auf 155.400 Euro – das ist ein Gewinn von fast 109.400 Euro. "Das heißt: Eine um 65 Prozent höhere Einzahlung (46.000 statt 28.000 Euro) führt zu einem Gewinn, der um 341 Prozent höher ist (109.400 statt 24.800 Euro) – das entspricht einem Verhältnis von 5,2 zwischen Gewinnzuwachs und Zuwachs bei den Einzahlungen", erklärt Koch. Kein Wunder, dass Albert Einstein auf die Frage nach der stärksten Kraft im Universum geantwortet habe: "Das ist der Zinseszins."

Auf niedrige Depotkosten achten
Schlussendlich greift Anlageberater Koch nochmal zum Taschenrechner und warnt vor hohen Depotkosten. Denn auch beim Geldanlegen gilt: Der Gewinn liegt im Einkauf. Wer nicht auf die Gebührenhöhe achtet, verschenkt mit der Zeit locker einen Kleinwagen, sagt der Anlageberater.

Wer im obigen Beispiel über 30 Jahre statt eines Indexfonds einen aktiv geführten Fonds kauft, zahlt einen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent und jährlich rund ein Prozent mehr an Verwaltungsvergütung. "Bei 40 Euro Depotgebühr im Jahr bekommt der Anleger am Ende rund 13.000 Euro weniger raus als mit Indexfonds und kostenlosem Online-Konto", rechnet Koch vor. Wer sich hingegen an seine vier Tipps halte, könne sich beruhigt anderen Dingen des Lebens widmen und das Geld für sich arbeiten lassen. (fp)