Die Aktienmärkte haben im ersten Quartal des Jahres ordentlich angezogen – trotz des Brexits und sonstiger wirtschaftlicher und politischer Probleme. Es fehlt nicht mehr viel, und die Verluste des vierten Quartals 2018 sind komplett ausgebügelt. Der Markt steigt – und das, obwohl fundamental vieles dagegenspricht. "Es liegt wohl tatsächlich an dem allgemeinen Pessimismus der Marktteilnehmer, dass die Aktien an einer Wand voll Sorgen nach oben klettern", sagt Marc-Oliver Lux vom Münchener Vermögensverwalter Dr. Lux und Präuner. 

Viele Anleger sind nach wie vor skeptisch, halten ihr Geld zurück. Sie warten auf tiefere Einstiegskurse, schätzt Lux. Andere wiederum warten nicht nur ab, sondern setzen aktiv auf fallende Kurse, weil sie mit einer Rückkehr des Bärenmarktes rechnen, sagt der Vermögensverwalter. Wenn die Kurse nun weiter ansteigen und diese Anleger dann ihre Positionen schließen, fördern sie damit zusätzlich das Aufwärtsmomentum. "Anleger, die an der Seitenlinie stehen, werden auf einmal nervös, die Kursrally zu verpassen, und springen doch noch auf", sagt Lux. "Weitere Kursschübe sind die Folge." 

Markt in einer Panik-Phase
Der Experte schätzt, dass sich die Märkte aktuell in genau solch einer Phase befinden. Haupttreiber: die Notenbanken. Viele Investoren spekulieren aufgrund der jüngsten Geschehnisse schon jetzt auf Zinssenkungen, sagt Lux. "Insofern kann und muss man weiter optimistisch für dieses Aktienjahr sein", sagt er. Denn: Nach oben ist noch viel Luft und je skeptischer die Stimmung bleibt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Kurse weiter steigen. "Wie heißt es doch so schön: Jeder Aufwärtstrend stirbt in der Euphorie!", sagt er. "Davon sind wir noch weit entfernt." (fp)