Wären Anleger zu Jahresbeginn dazu befragt worden, wo die Aktienkurse wohl Ende 2019 stehen werden – kaum einer hätte richtig gelegen. Der von vielen gefürchtete Crash blieb aus. Stattdessen kletterten die Kurse in den vergangenen Monaten höher und höher, erreichten sogar zweistellige Zuwachsraten. Warum kam es anders als erwartet?

Thomas Buckard, Gründungsmitglied des Vermögensverwalters Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen, sieht vor allem zwei Gründe für die Hausse: Zum einen ist es die expansive Geldpoltik der Notenbanken, die immer mehr Liquidität in den Markt pumpen. "Die EZB und die japanische Notenbank treten selbst als Wertpapierkäufer an den Märkten auf und heizen folglich den Kursaufschwung weiter an", sagt der Vermögensexperte. Die japanische Börse sei ein gutes Beispiel dafür, dass die Aktienkursentwicklung deutlich positiver ausfallen kann, als es die konjunkturelle Situation vermuten lässt.

Börse nimmt Zukunft vorweg
Als zweiten wichtigen Grund verweist Buckard auf die Tatsache, dass die nervösen Investoren schon verkauft haben. Sie fallen als Korrekturauslöser somit weg, stehen nach wie vor an der Seitenauslinie und warten darauf, endlich wieder mitspielen zu dürfen. "Mit ihrer berüchtigten Rein-Raus-Strategie verpassen sie die wichtigsten Handelstage und reduzieren nachweislich ihre Gewinne", erklärt der Vermögensprofi. Die Börse dagegen schert sich nicht um die Gegenwart. Sie nimmt die Entwicklung der Zukunft vorweg und setzt darauf, dass die zahlreichen Konflikte schon zu einem gütigen Ende finden. (fp)