Spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist exponentielles Wachstum den meisten Menschen ein Begriff. Doch so unangenehm die Folgen in der Coronakrise sind, so angenehm können sie in der Geldanlage sein, sagt Vermögensprofi Markus Richert. Denn auch der sogenannte Zinseszins-Effekt beruht auf der Exponentialfunktion. "Zinseszins bedeutet, dass nicht nur das Anfangskapital Rendite bringt, sondern auch die einmal erzielten Wertzuwächse", sagt Richert. Das potenziert das Kapital und führt zu exponentiellem Wachstum, dem besten Freund renditeorientierter Investoren.

Für den langfristigen Vermögensaufbau ist das Zusammenspiel von Rendite und Zeit entscheidend. Finanzexperten sprechen in diesem Zusammenhang auch von der Reichmacherformel: Teilt man die Zahl 72 durch die erwartete Rendite einer Geldanlage, dann ist das Ergebnis die Anzahl der Jahre, bis sich das Kapital verdoppelt hat. "Das Ergebnis stimmt zwar nicht für alle denkbaren Renditen, aber für sämtliche üblichen Renditen", sagt Richert. Die Formel liefere bis etwa 16 Prozent eine gute Annäherungslösung, wird dann aber zunehmend ungenauer.

Ernüchternde Fakten
Bei einer Geldanlage, die sich mit vier Prozent verzinst, dauert es demnach ungefähr 18 Jahre, bis sich das Kapital verdoppelt hat. Selbstverständlich ersetze eine solche Formel keine Anlagestrategie. "Aber sie zeigt an, ob ein Sparziel realistischerweise innerhalb der Ansparzeit zu erreichen ist", sagt Richert. Außerdem offenbare die Formel ernüchternde Fakten, wenn man sie auf die Zinssätze von Anlegerlieblingen wie Spar-, Tagesgeld- und Festgeldanlagen anwendet. "Im besten Fall reichen sie noch zum Kapitalerhalt nach Inflation", sagt der Vermögenprofi. Immerhin dauere es bei einer Rendite von einem Prozent 72 Jahre, bis sich das angelegte Kapital verdoppelt hat. (fp)