Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) könnte auf lange Sicht dafür sorgen, dass die Börsenbewegungen ruhiger werden. Das sagt Uwe Zimmer, Geschäftsführer von Fundamental Capital aus Köln. "Computer können die Börse stärker beeinflussen als viele andere Entwicklungen", sagt Zimmer. 

Starke Abweichungen in den Erwartungen machen die Schwankungen an den Börsen aus. "Analysten kommen bei Aktien oft zu unterschiedlichen Ergebnissen – der eine empfiehlt sie zum Kauf, der andere zum Verkauf", sagt Zimmer. Emotionslose Rechner dagegen kommen alle zum gleichen Ergebnis. "Wenn dann auch noch alle auf dieselben Daten zugreifen können, kann es eigentlich keine Abweichung mehr geben. Es wird ein wahrer Wert einer Aktie festgestellt und dazu wird ge- und verkauft werden", erklärt der Vermögensverwalter.

Langsamer Ruhepuls
Der Einsatz von KI dürfte also dazu führen, dass es an der Börse ruhiger zugeht – zumindest auf lange Sicht, erwartet Zimmer. Nur die Hereingabe neuer Daten werde zu Neubewertungen führen – und irgendwann würden auch diese Daten so vorhersehbar, dass Charts zu einer Gerade verkommen. "Diese Vorstellung mag heute unrealistisch erscheinen, aber bestimmt nicht für alle Ewigkeit", sagt Zimmer. (fp)