Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft seit diesem Monat nur noch halb so viele Anleihen auf wie bisher, im Januar 2019 soll das Anleihekaufprogramm komplett eingestellt werden. Für die Aktienmärkte sei das ein gutes Zeichen, meint Uwe Eilers, Geschäftsführer des Asset Managers FV Frankfurter Vermögen mit Sitz in Königstein im Taunus. Grund: Das nahende Ende des Anleihekaufprogramms deutet darauf hin, dass es der Wirtschaft in der Eurozone gut geht.

Trotz aller politischer Probleme, die für erhöhte Schwankungen sorgen könnten, sind die Aussichten für Aktien deutlich besser als für Anleihen, ist Eilers überzeugt. Auskömmliche Anleiherenditen rücken nämlich erst dann in greifbare Nähe, wenn die EZB beginnt, die Leitzinsen in der Eurozone anzuheben. Zugleich steigt mit der Aussicht auf eine straffere Geldpolitik der EZB die Wahrscheinlichkeit, dass die Anleihekurse zunächst fallen. Bei langen Laufzeiten und rasch anziehenden Zinsen sind Verluste zwischen zehn und 25 Prozent Verlust möglich, warnt Eilers.

Kriegskasse gut gefüllt halten
Investoren sollten ihre Aktienquote jetzt so hoch wie möglich halten, rät Eilers – natürlich abhängig von ihrer Risikotragfähigkeit. Rentenanlegern rät der Vermögensprofi zu Papieren mit kurzen Laufzeiten. Daneben empfiehlt er eine hohe Cash-Quote, um drohende Kursverluste auf der Anleiheseite zumindest teilweise zu vermeiden. "Eine breite Diversifikation, verbunden mit einem guten Risikomanagement, ist für jeden Anleger ratsam", sagt Eilers. (fp)