Wer Kinder im Grundschulalter hat, dürfte Tina vor allem als pferdeverrückte Freundin der Jung-Hexe Bibi Blocksberg kennen ("Das sind Bibi und Tina auf Amadeus und Sabrina"). An den Börsen steht TINA dagegen für den Slogan "There Is No Alternative". Das Akronym wird gern als Begründung für den langanhaltenden Aufwärtstrend an den Aktienmärkten herangezogen, erklärt Markus Richert von der Vermögensverwaltung Portfolio Concept in Köln.

Aktien gelten im Niedrigzinsumfeld demnach als alternativlos. Wenn Marktbarometer also, wie in den vergangenen Wochen, trotz schlechter Nachrichten von Rekord zu Rekord eilen, zucken Experten mit den Schultern und verweisen auf TINA. Die bekam zuletzt Unterstützung von ihrer "kleinen Schwester" FOMO, sagt Richert: der "Fear Of Missing Out" – also der Angst, etwas zu verpassen.

Warum Anleger auf TATA setzen sollten
"Durch die permanente Informationsflut leben viele Menschen in der ständigen Angst, falsche Entscheidungen zu treffen", erklärt der Stratege. An den Börsen zeigt sich das darin, dass viele Investoren lieber eine Aktie zu viel kaufen als eine zu wenig. Es könnte ja ein Kursfeuerwerk ohne sie stattfinden. Schlimmstenfalls kann durch FOMO die Ratio komplett aussetzen, warnt Richert. "Dann will man einfach nur dabei sein, um nichts zu verpassen."

Anleger sollten sich TINA und FOMO zunutze machen – aber auf TATA setzen, rät der Anlageprofi. Das Akronym, ersonnen von der französischen Politologin Susan George, steht für "There Are Thousands of Alternatives". Konkret heißt das: Der Aktienmarkt bietet Tausende unterschiedlicher Titel, aus denen Investoren wählen können. "Ein breit diversifiziertes Aktienportfolio ist langfristig allen alternativen Anlageformen überlegen", sagt Richert. "Man muss sich nur entscheiden und endlich investieren. TINA und FOMO geben vorerst genügend Rückenwind." (fp)