Verpatzte WM droht: Fondsmanager rät zu Vorsicht bei US-Investments
Die Fußballweltmeisterschaft, die in wenigen Wochen in den USA, Kanada und Mexiko beginnt, dürfte zum Stresstest für Amerikas politische und organisatorische Leistungsfähigkeit werden: Sicherheitsengpässe, Verzögerungen und Investitionsrisiken häufen sich, warnt Thorsten Fischer von Moventum.
Für Thorsten Fischer, den Leiter des Portfoliomanagements von Moventum, ist klar: Wenn am 11. Juni die Fußball-WM in den USA, in Mexiko und Kanada startet, wird sie nicht nur zum sportlichen, sondern auch zum politischen Ereignis – gerade mit Blick auf die Vereinigten Staaten, die er in Bezug auf das Turnier "vor erheblichen operativen Herausforderungen" sieht.
"Ausgerechnet die größte Volkswirtschaft der Welt hat Schwierigkeiten, aus einem sportlichen Großereignis einen wirtschaftlichen und politischen Erfolg zu machen", schreibt er in einem Marktkommentar. Seine wesentlichen Argumente finden Sie in der Bilderstrecke oben – einfach durchklicken!
Politische Dysfunktion wird zum operativen Risiko
Für Fischer ist fraglich, ob die WM das erhoffte ökonomische Wachstum bringen kann. Die US-Regierung rechne mit einem zusätzlichen Wirtschaftseffekt von rund 30 Milliarden US-Dollar und bis zu 185.000 neuen Jobs durch das Turnier. "Diese Annahmen basieren aber auf reibungslosen Reiseabläufen und funktionierenden Logistikketten", so Fischer. "Beides steht derzeit infrage." Kommunen fürchteten zudem, auf zusätzlichen Infrastruktur- und Sicherheitskosten sitzen zu bleiben, sollte die erhoffte Besucherflut ausbleiben.
Laut Fischer zeigt sich für Investoren und Marktbeobachter an der WM ein neues Muster: Politische Dysfunktion werde zum operativen Risiko. Was früher als "Washington Noise" abgetan worden sei, beeinflusse nun direkt die Realwirtschaft und Großveranstaltungen. "Die Event-Ökonomie – bislang ein Garant für Wachstum – wird durch die fehlende politische Funktionsfähigkeit infrage gestellt", meint der Finanzprofi.
"Kosten- und Verzögerungsrisiken einkalkulieren"
Der Rückgang internationaler Reisen könnte als Frühwarnsignal dienen. "Das Vertrauen in die USA als globaler Knotenpunkt ist nicht mehr selbstverständlich", erklärt der Moventum-Manager. Sein Rat: "Anleger sollten bei eventgetriebenen Investments im US-Dienstleistungssektor oder in Infrastrukturprojekten steigende Kosten- und Verzögerungsrisiken einkalkulieren." (fp)













