Ken Griffin, Gründer und CEO von Citadel, geht auf Konfrontationskurs mit der US-Regierung. Die Tendenz der Trump-Regierung, Loyalisten zu belohnen, komme bei Führungskräften aus der Wirtschaft schlecht an, so der Hedgefondsmanager. Zugleich kritisierte er die Bereitschaft des US-Präsidenten Donald Trump, seine Familie während der Amtszeit zu bereichern.

"Die meisten CEOs wollen sich nicht in der Lage wiederfinden, sich einer Regierung anbiedern zu müssen", sagte Griffin am Dienstag (3.2.) in einem Interview bei einer Veranstaltung des "Wall Street Journal". Wenn die US-Regierung "nach Bevorzugung schmeckt", sorgten sich Unternehmenslenker, ob sie je nach öffentlicher Unterstützung der Regierung gewinnen oder verlieren könnten, fügte er hinzu.

Wiederholte Kritik an Trump
Es ist nicht das erste Mal, dass Griffin den US-Präsidenten kritisiert. Bereits im vergangenen Monat sagte er, mehr US-Unternehmenschefs sollten ihre Meinung zu Trumps Politik offen äußern.

Griffin erklärte zudem, Trump habe während seiner Amtszeit "Fehltritte" begangen, indem er Entscheidungen getroffen habe, die seiner Familie zugutekämen. Dadurch stelle sich die Frage, ob tatsächlich das öffentliche Interesse bedient werde, sagte er am Dienstag.

Vermögenszuwachs während der Amtszeit
Zwischen dem Beginn von Trumps Wiederwahlkampagne und Mai 2025 habe der Präsident sein Vermögen auf rund 5,4 Milliarden Dollar verdoppelt, berichtete die Nachrichtenagentur "Bloomberg" im vergangenen Jahr. In diesem Zeitraum habe der Name Trump unter anderem milliardenschwere Immobiliengeschäfte, ein Social-Media-Unternehmen und ein Krypto-Vorhaben angetrieben.

Lob für Grenzpolitik und Warsh-Nominierung
Trotz der Kritik lobte Griffin Trumps Vorgehen in der Migrationspolitik. Die Maßnahmen hätten die Grenze zwischen den USA und Mexiko gesichert und landesweit für ein "großes Aufatmen" gesorgt, sagte er im Rahmen der Veranstaltung. Zudem bezeichnete Griffin Trumps Entscheidung, Kevin Warsh an die Spitze der US-Notenbank zu berufen, als "gute Wahl".

"Es gab viele Diskussionen darüber, ob diese Regierung die Unabhängigkeit der Fed untergraben würde – und ehrlich gesagt gab es Schritte, die diese Frage berechtigt erscheinen ließen", sagte Griffin. "Aber die Entscheidung des Präsidenten ist aus meiner Sicht ein starkes Signal dafür, dass die Fed die notwendige Unabhängigkeit bei geldpolitischen Entscheidungen bewahren wird."

Einstieg in die Politik nicht ausgeschlossen
Griffin sagte außerdem, er habe nicht ausgeschlossen, selbst einmal in die Politik zu gehen. "Ich würde gern glauben, dass ich mich zu einem späteren Zeitpunkt in meinem Leben im öffentlichen Dienst engagieren werde", sagte er und fügte hinzu, dass dies in den kommenden Jahren eher unwahrscheinlich sei. (mb/Bloomberg)