Die Covid-19-Pandemie hat dem Luxusmarkt im vergangenen Jahr einen Dämpfer verpasst – allerdings nicht überall. Bestimmte hochpreisige Güter haben im Gegensatz zu anderen sogar an Wert zugelegt. In einer aktuellen Analyse hat die britische Immobilienberatungsagentur Knight Frank untersucht, wie sich die Preise ausgewählter "sammelbarer Anlageklassen" im Krisenjahr tatsächlich entwickelt haben. Unter die Lupe nahmen die Experten teure Handtaschen, Kunst, farbige Diamanten, seltenen Whisky und Oldtimer. Insgesamt sind die Preise für die gewählten Luxusgüter sogar im Schnitt um drei Prozent gestiegen.

Am stärksten an Wert zulegen konnten im vergangenen Jahr Luxushandtaschen, etwa aus dem Haus des Pariser Nobeldesigners Hermès. Insbesondere die hohe Nachfrage asiatischer Sammler kurbelte die Preise an, insgesamt um 17 Prozent. Ebenfalls gut davon kam edler Wein mit einem durchschnittlichen Preiszuwachs von 13 Prozent.

"Anders als nach der globalen Finanzkrise hat der Weinmarkt die Nerven behalten, die Händler haben die Preise nicht gesenkt und der Markt war stabil", zitiert Knight Frank in der Analyse Miles Davis von der Wein-Management-Plattform "Wine Owners". So konnten die Preise im Schnitt um 13 Prozent zulegen. Preissteigerungen gab es außerdem bei Oldtimern (6 %), teuren Uhren (5 %) sowie Luxusmöbeln (4 %). 

Kunst bricht ein
Weniger erfreulich dürfte das Coronajahr für Kunsthändler gewesen sein. Dort brachen die Marktpreise im Schnitt um rund elf Prozent ein. Ein Grund dafür war Experten zufolge die Verlagerung der Verkäufe in Online-Auktionshäuser, weil die Galerien geschlossen waren.

Ebenfalls gelitten hat der Whisky-Markt. Anders als bei Wein mussten Händler seltene Sorten im Schnitt für 3,5 Prozent weniger losschlagen als noch im Vorjahr. Kaum von der Krise betroffen waren Schmuck, farbige Diamanten und Münzen. Sie mussten jeweils Preiseinbußen von einem Prozent hinnehmen. (fp)