Der geplante Börsengang von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX könnte das Interesse von Investoren an der Weltraumwirtschaft deutlich erhöhen. Das Feri Cognitive Finance Institute sieht im "New Space"-Sektor langfristig erhebliche Wachstumschancen. "Von vielen Investoren unbemerkt hat sich der Weltraum zu einer äußerst lukrativen Domäne entwickelt. Massiv gesunkene Kosten spielen dabei eine zentrale Rolle", sagt Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des Feri Cognitive Finance Institute.

Eigenständiger Wirtschaftsraum
Nach Einschätzung von Feri entwickelt sich die Weltraumwirtschaft zunehmend zu einem eigenständigen Wirtschaftsraum. "New Space" umfasst kommerzielle Raumfahrtaktivitäten ebenso wie satellitengestützte Kommunikationsnetze, Erdbeobachtung und datenbasierte Geschäftsmodelle. Dieser Trend könnte sich weiter beschleunigen, getrieben von deutlich gesunkenen Kosten für Raumfahrttechnologie.

In den vergangenen zehn Jahren seien die Preise für den Transport von Nutzlasten in den Erdorbit um bis zu 90 Prozent gefallen. Verantwortlich dafür sei vor allem der von SpaceX forcierte Einsatz wiederverwendbarer Raketenmodule. "Das Ausbringen von Satelliten und anderen Objekten im Orbit wird damit erstmals zu einem berechenbaren und profitablen Geschäftsmodell", erklärt Rapp.

Verlagerung von Infrastruktur ins All 
Besonders große Chancen sieht Feri bei weltraumgestützter Infrastruktur für Kommunikation und Datennetze. Künftig könnten ganze Wirtschaftsbereiche Teile ihrer Infrastruktur vom Boden in den Weltraum verlagern und dadurch erhebliche Skalenvorteile erzielen. Als Beispiel nennt Rapp das Satellitenkommunikationssystem Starlink von SpaceX.

"Das satellitenbasierte Starlink-Kommunikationssystem ermöglicht globale Skalierung und ist deshalb hochprofitabel", erläutert Rapp. Solche Entwicklungen seien ein Hinweis darauf, wie terrestrische Geschäftsmodelle künftig durch weltraumbasierte Lösungen ergänzt oder teilweise ersetzt werden könnten.

Rückschläge sind weiter möglich 
Trotz der positiven Perspektiven warnt Feri davor, die Risiken des Sektors zu unterschätzen. Technologische Rückschläge könnten einzelne Geschäftsmodelle erheblich beeinträchtigen. "Auch die zunehmende Anzahl von Satelliten im erdnahen Orbit schafft Probleme. Anfallender Weltraumschrott nimmt dadurch exponentiell zu – mit der Gefahr unkontrollierter Kettenreaktionen", warnt Rapp. (dv)