Warum der "Warren Buffett of Asia" Gold höher gewichtet
Der prominente asiatische Value-Investor Cheah Cheng Hye erhöht sein Engagement in Gold spürbar. Ein wachsender Teil seines Milliardenvermögens steckt inzwischen in Edelmetallen – deutlich mehr als bei den meisten anderen Family Offices.
Drei Jahrzehnte lang galt Cheah Cheng Hye als das Gesicht des Substanzwert-Investierens in Asien und erhielt in regionalen Medien den Beinamen "Warren Buffett of Asia". Durch konsequentes Stock-Picking baute er die Value Partners Group zu einer milliardenschweren Größe auf.
Nun steckt der ehemalige Fondsmanager einen erheblichen Teil seines Privatvermögens in Gold und rät auch anderen Investoren dazu. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen machen Edelmetalle etwa ein Viertel der Vermögenswerte des Family Office aus, über das der 71-Jährige sein Vermögen verwaltet, das insgesamt 1,4 Milliarden US-Dollar umfasst. Vor einem Jahr lag der Anteil der Edelmetalle im Portfolio des Family Office noch bei etwa 15 Prozent.
Geduld als Grundprinzip
"In meiner Zeit als Investor war ich sehr geduldig – ich habe Edelmetalle gekauft, sie nicht gehandelt und als Teil meiner lebenslangen Ersparnisse betrachtet", sagte Cheah im Interview mit "Bloomberg News". "Am Ende wurde das Ganze immer größer und größer."
Mit seinem optimistischen Ausblick auf Gold nimmt Cheah eine Sonderstellung unter den ultra-vermögenden Investoren ein, auch wenn der Goldpreis weiterhin Rekordhöhen erreicht. Laut dem UBS Global Family Office Report 2025 betrug die durchschnittliche Allokation in Gold und Edelmetalle im Jahr 2024 lediglich zwei Prozent.
Cheah empfiehlt Investoren, ihr Portfolio zu 60 Prozent aus Aktien, zu 20 Prozent aus Anleihen und zu 20 Prozent aus Edelmetallen, vor allem Gold, zu gestalten. Zu Performance und Beständen seines Family Office wollte er sich nicht äußern.
Aufbau der Goldposition seit 2008
Seine Investitionen in Edelmetalle begannen 2008 mit kleinen Beträgen und nahmen ein Jahrzehnt später mit großen Käufen von physischen Gold-ETFs deutlich zu, wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf mit seinen Plänen vertraute Personen berichtet. Insgesamt habe er dadurch über die Jahre einen Gewinn von 251,1 Millionen Dollar oder 167 Prozent erzielt, so diese Personen. Darüber hinaus investierte er in Goldminenaktien sowie in physische Barren und Münzen.
"Ich kaufe nur, ich verkaufe nie", sagte Cheah und ergänzte, dass er im Jahr 2025 einige kleinere Handelsgeschäfte tätigte. Er nutzt keine Derivate oder strukturierten Produkte und nimmt niemals Kredite auf, um zu investieren.
Edelmetalle auf Rekordniveau
Metalle wie Gold, Silber, Kupfer und Zinn haben zu Beginn des Jahres Rekordstände erreicht. Treiber sind unter anderem die erwartete Lockerung der US-Notenbank, politischer Druck seitens der Trump-Regierung sowie geopolitische Spannungen. Einige asiatische Family Offices wie Cavendish Investment handeln inzwischen physisches Gold direkt und verzichten dabei auf Zwischenhändler – sie gewichten das Edelmetall mit beträchtlichen Portfolioanteilen.
Gold und Silber legten am Montag (19.1.) weiter zu, nachdem US-Präsident Donald Trump mit seinem Vorstoß, Grönland zu übernehmen, die Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und Europa geschürt hat.
Vertrauen in physische Werte
"Wenn Sie das physische Gold im Lagerhaus oder im Bankschließfach haben, schuldet Ihnen niemand etwas", sagte Cheah. "Für Investoren mit Sitz in Asien ist es viel besser, physisches Gold zu kaufen als Papiergold." (mb/Bloomberg)
















