Wer eine Dividendenstrategie verfolgt, sollte bei der Titelauswahl nicht nur auf die Höhe der Dividendenrendite achten, sagt Thomas Schüßler, Fondsmanager der Deutschen Asset Management. "Erst in Kombination mit einem soliden Geschäftsmodell und Wachstumspotenzial für die Dividende werden solche Titel interessant", sagt der Manager des DWS Top Dividende. Bei der Auswahl von Aktien für seinen Fonds legt Schüßler großen Wert auf Dividendensicherheit, schaut sich außerdem die Bilanz und die Historie eines Unternehmens genau an.

In den vergangenen zwei Jahren habe er sehr stark auf Unternehmen gesetzt, deren Gewinne wenig konjunkturabhängig seien und die verlässliche Dividenden zahlten, erklärt Schüßler. "Das sind genau die Unternehmen, die Investoren in unsicheren Zeiten verstärkt nachfragen. Ihre Kurse steigen also tendenziell, was die Wertentwicklung der Strategie stützt." Andersherum profitierten solche Titel aber auch weniger, wenn die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt. "Man muss also abwägen, wie man sich positioniert", sagt der Fondsmanager.

Risiko für Dividendenkürzungen ist gering
Bei hohen Dividendenrenditen weiche die prognostizierte Ausschüttung letztlich oft von der tatsächlich gezahlten Dividende ab – auch wenn das Risiko für Dividendenkürzungen in Europa momentan noch relativ gering sei. "In manchen Sektoren, etwa bei Öl- und Gasunternehmen, ist es aber durchaus hoch, weil die Gewinne aufgrund der gesunkenen Rohstoffpreise unter Druck geraten sind", sagt Schüßler. Auch in einigen zyklischen Branchen steige das Risiko. Investoren, die eine Dividendenstrategie fahren, sollten deshalb in jedem Fall prüfen, ob Dividendensteigerungen auch mit Gewinnen unterfüttert sind. (fp)