Die Prognose der Weltbank für den weiteren Verlauf der globalen Wirtschaft ist zweigeteilt. Einerseits dürfte die Weltwirtschaft 2021 weiter wachsen, und zwar um vier Prozent, berichtet das "Handelsblatt". Andererseits aber nicht überall gleichermaßen. Zwar rechnet die Weltbank auch für die Wirtschaft in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit einem Plus von fünf Prozent. Das gilt aber nur, wenn man China miteinrechnet. Ohne die Volksrepublik kommen die übrigen Staaten dieser Ländergruppe nur auf ein Plus von 3,4 Prozent.

Laut Weltbank ist das zu wenig, um die Folgen der Rezession in den nächsten Jahren wieder wettzumachen. Bis 2030 dürften die Wachstumsraten der ärmsten Länder um fast ein Prozentpunkt unter der Vor-Corona-Prognose liegen. 

Nach der Coronakrise kommt die Schuldenkrise
Das Problem: Anders als den Industrieländern fehlt dieser Ländergruppe Geld im Gesundheitswesen und für staatliche Hilfsprogramme. Da zugleich Investitionen aus den Industrienationen ausblieben, stünden viele Schwellen- und Entwicklungsländer vor einem "verlorenen Jahrzehnt", zitiert das "Handelsblatt" Weltbank-Präsident David Malpass.

In 90 Prozent der armen Länder hat die Krise bereits Wohlfahrtsverluste produziert, Millionen Menschen sind unter die Armutsgrenze gerutscht. Die Weltbank fürchtet nun, dass die Pandemie das Wachstum nachhaltig bremst und damit die Hoffnung trübt, die Lage der Menschen zu verbessern. Weltbank-Chefökonomin Carmen Reinhart sieht außerdem die Gefahr, dass die Coronakrise in eine Schuldenkrise münden könnte. Denn die Corona-Schulden würde in vielen dieser Länder eine "Schuldenwelle" vergrößern, die sich seit 2010 aufgebaut hat. (fp)