Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Italien aufgefordert, seinen Vorstoß zu überdenken, die nationalen Goldreserven offiziell als Eigentum des italienischen Volkes auszuweisen. Ein solcher Schritt könnte letztlich dazu führen, dass die Regierung Teile des Bestands verkauft.

Mahnung zur Wahrung der Zentralbank-Unabhängigkeit
"Die italienischen Behörden werden eingeladen, den Entwurf der Bestimmung zu überdenken – auch im Hinblick darauf, die unabhängige Erfüllung der grundlegenden, mit dem ESZB verbundenen Aufgaben der Banca d'Italia gemäß den Verträgen zu wahren", erklärte die EZB in einer Stellungnahme.

EZB ist Zweck der Formulierung "nicht klar"
Italien verfügt laut Daten der Zentralbank Banca d'Italia über rund 2.452 Tonnen Gold und hält damit den drittgrößten Bestand nach den USA und Deutschland. Vor dem Hintergrund stetig steigender Goldpreise haben Abgeordnete aus der Partei von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine Änderung im kommenden Staatshaushalt vorgeschlagen. Diese bestätigt zwar, dass die Reserven von der Banca d'Italia verwaltet und gehalten werden, fügt jedoch hinzu, dass sie "dem italienischen Volk gehören".

"Der EZB ist nicht klar, welchem konkreten Zweck die geplante Bestimmung dienen soll", so die Zentralbank weiter. (mb/Bloomberg)