Aus ist der Traum vom Gratis-Baudarlehen: Es geht langsam wieder aufwärts mit den Bauzinsen. Dabei waren sie noch im August so tief gesunken, dass einige deutsche Banken vereinzelt bereits darüber nachdachten, den Zins sogar ins Negative zu drücken. Das hat sich gewandelt: Hatten Kreditnehmer bisher nur durchschnittlich 0,71 Prozent für Baudarlehen mit zehn Jahren Zinsbindung gezahlt, sind es nun 0,75 Prozent. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) mit Verweis auf das Internetportal Biallo.

Zu den Instituten, die die Hypothekenzinsen wieder erhöht haben, gehören unter anderem die Postbank, die Nassauische Sparkasse, die BW-Bank und mehrere Volksbanken. Hauptgrund laut "FAZ" ist das leicht gestiegene Zinsniveau am Kapitalmarkt seit Sommer, das sich in der erhöhten Rendite der Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit widerspiegelt. Grund für diese Entwicklung dürfte die sich weltweit beruhigende politische und wirtschaftliche Lage sein. Auch hätten sich die Konjunkturerwartungen stabilisiert.

Versuch der Margenerhöhung als mögliche Ursache
Darüber hinaus gebe es Spekulationen, dass die Banken ihre Marge im Geschäft mit Immobilienkreiten auszuweiten versuchen. Die Finanzinstitute hätten negative Bauzinsen auf alle Fälle verhindern wollen und daher konzertiert und in "stillschweigender Übereinkunft" die Zinsen angehoben, mutmaßte vor kurzem der Branchendienst "Finanzszene.de". Ein Vergleich der Renditen von Bundesanleihen und Pfandbriefen mit den Bauzinsen zeige demnach, dass die Banken in der Immobilienfinanzierung derzeit "so hohe Aufschläge wie nie in den zurückliegenden Jahren“ verlangten.

Eine weitere Ausweitung der Marge bei Wohnungsbaukrediten sei nun durchaus möglich sei, da das Immobiliengeschäft gut laufe – und es dementsprechend mehr Spielraum für Banken gebe, die Marge zu erhöhen, stimmt die FAZ zu. (fp)