Im Jahr 2020 wurden in 81 deutschen Städten 123.299 Wohnungen verkauft – 4,4 Prozent weniger als 2019. Das zeigt eine gemeinsame Studie des Immobilienunternehmens Accentro und des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), über die das "Handelsblatt" berichtet. Die Umsätze der Transaktionen stiegen dabei um 3,3 Prozent auf 36 Milliarden Euro. Der Durchschnittspreis verzeichnete ein Plus von 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und lag damit bei 225.242 Euro. Conclusio: Es wurden also weniger Eigentumswohnungen zu einem höheren Durchschnittspreis gekauft. 

Der Trend machte sich in den sieben größten deutschen Städten am deutlichsten bemerkbar: Hier sank die Anzahl der Transaktionen um neun Prozent, die Preise stiegen zugleich um elf Prozent. Der Durchschnittspreis für eine Eigentumswohnung in den Metropolen Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf und Stuttgart betrug 429.007 Euro, in München sogar 580.000 Euro.

Keine Blase in Sicht
Glücklich macht diese Entwicklung Immobilienbesitzer. Zudem profitiert das Umland an der Peripherie zu den Großstädten, das angesichts niedrigerer Preise vermehrt in den Blick der Kapitalanleger gerät. Mehr Nachfrage gebe es, so der Bericht, in Städten wie Remscheid, Darmstadt, Krefeld oder Moers. "Das rückläufige Transaktionsgeschehen in Städten wie Solingen, Neuss oder Mainz unterstreicht jedoch, dass selbst an diesen alternativen Standorten bereits Angebotsverknappungen vorliegen", zitiert das "Handelsblatt" den Report.

Den Studienautoren zufolge dürften die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland weiter zulegen. Niedrige Zinsen führen zu einer anhaltend hohen Nachfrage. Eine spekulative Blase sehen die Experten indes nicht: Würde es eine solche geben, wäre sie in der Wirtschaftskrise des Coronajahres bereits geplatzt. (fp)