Die Stadt an der Themse hat sich über die Jahre hinweg zum Finanz-Hotspot der EU gemausert. Zahlreiche Banken, Zahlungsdienstleister und Fintechs haben ihren Hauptsitz oder zumindest strategisch wichtige Ankerpunkte in der britischen Hauptstadt. Zahlreiche Blue-Chip-Aktien sind an der Börse London gelistet. Doch mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU wird auch der Finanzplatz London nach dem Ablaufen der Übergangsperiode Ende des Jahres Teil eines Drittlandes sein. Was bedeutet: Der Marktzugang britischer Finanzdienstleister zur EU hängt dann davon ab, ob diese die britische Finanzmarktregulierung als gleichwertig mit der eigenen einstuft, heißt es in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). 

Nur wenn diese sogenannte Äquivalenzentscheidung vorliegt, können auch Investoren aus der EU weiterhin Aktien in London kaufen und verkaufen. Bislang ist aber noch keine Entscheidung in Sicht. Grund für die Verzögerung sei, dass weiter Unklarheit über die künftige britische Finanzmarktregulierung herrsche, berichtet die FAZ.

Umso erleichternder ist für Investoren deshalb eine Nachricht aus Paris: Die EU-Wertpapieraufsichtsbehörde Esma hat nun zumindest für einen Teil der doppelt gelisteten Unternehmen eine Übergangsregelung erlassen, heißt es in der FAZ. Es gehe darum, Marktstörungen nach dem endgültigen Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus dem Binnenmarkt zu minimieren, teilt die Esma mit.

Nur ein kleiner Trost
Der Beschluss gilt allerdings nur für in Pfund gehandelte Papiere – und damit um weniger als 50 Aktien. Das Handelsvolumen der Papiere liege unter einem Prozent des EU-Aktienhandels, berichtet die FAZ. Die Titel würden von europäischen Anlegern nur unregelmäßig an der britischen Börse gehandelt. Für in Euro gehandelte doppelt gelistete Aktien fehlt also weiterhin eine Lösung. Die Esma hat nach eigener Aussage jedoch bereits das "maximal mögliche" getan. (fp)