Sie sind es fast, aber dann doch nicht so ganz: Frontier Markets sind weiterentwickelt als Entwicklungsländer, erfüllen aber das Kriterium für den Schwellenland-Status noch nicht. Denn der Wert ihrer Unternehmen ist zum Beispiel nicht transparent genug oder die Kapitalkontrollen sind lasch – was mit Risiken für Anleger verbunden sein kann. Dennoch setzt der Vermögensverwaltter GAM auf fünf Frontier Märkte: Vietnam, Argentinien, Rumänien, Pakistan und Saudi-Arabien (Varps).

Mit einem Wachstum von sechs Prozent habe Vietnam "die höchste Wachstumsrate aller Länder in Südostasien", sagt Tim Love, Fondsmanager bei GAM. Es profitiere "weiterhin vom Anstieg der Agrarexporte und seiner guten Stellung in der weltweiten Lieferkette." Zudem seien die Löhne niedrig genug, um ausländische Investitionen anzulocken. Argentinien wiederum stecke in einer Rezession, dennoch böten auf Dollar lautende argentinische Aktien, die am US-Kapitalmarkt gehandelt werden, Potenzial.

Risiken bleiben, doch ein zweiter Blick lohnt
In Rumänien will GAM von der Erholung der Bankaktien profitieren, nachdem dort eine Bankensteuer teilweise widerrufen wurde. Auch der Immobiliensektor sei hier interessant, so Love. In Pakistan bevorzugt GAM "Engagements in politisch unkomplizierten Branchen wie dem Rohstoffsektor." In Saudi-Arabien wiederum sollten Anleger mit Bedacht vorgehen, jedoch biete ein großes Privatisierungsprogramm, das staatliche Vermögenswerte freisetzen soll, attraktive Möglichkeiten, meint der Vermögensverwalter. (fp)