Als die Gründer des "Wall Street Journal", Charles Dow und Edward Jones, im Mai 1896 die Idee hatten, einen Index für die wichtigsten börsennotierten US-Unternehmen zu entwickeln, sah die amerikanische Unternehmenslandschaft völlig anders aus als heute. Eisenbahngesellschaften, Stahlkocher, Elektrizitätswerke, Textilfabrikanten und Dampfmaschinenhersteller dominierten die Szenerie. Entsprechend war auch das zwölfköpfige "Ur-Team" des Index zusammengesetzt. Seither hat sich einiges getan, und auch der Dow Jones, wie er in seiner Kurzform genannt wird, ist mit der Zeit gegangen. Längst finden sich unter seinen Mitgliedern Firmen aus der Hard- und Software-Branche, aus dem Pharmasektor oder aus der Unterhaltungsindustrie.

Eines aber ist unverändert geblieben und sorgt regelmäßig für lebhafte Debatten: seine anachronistisch anmutende Berechnungsmethode. Denn der Dow Jones gewichtet, anders als moderne Börsenbarometer wie der Dax oder der S&P 500, eine Mitgliedsaktie nicht nach ihrer Marktkapitalisierung oder den Handelsumsätzen an der Börse. Außerdem lässt er als simpler Kursindex auch Dividenden und Bezugsrechte außen vor. Das Grundkriterium für die Bedeutung eines einzelnen Aktientitels ist vielmehr der schlichte Preis des Papiers. Das führt dazu, dass die Mitgliedsaktie mit dem nominell höchsten Kurs den Index maßgeblich bewegt, einfach weil sie deshalb am höchsten gewichtet wird. Kritiker bemängeln, der Dow Jones sei gar kein richtiger Index, sondern bloß ein arithmetischer Durchschnittswert.

Dass sich seine "Macher" Forderungen nach einem Update der Kalkulationsweise stur widersetzen, hat der Popularität des altehrwürdigen Aktienbarometers keinen Abbruch getan – im Gegenteil. In unserem Test können Sie überprüfen, wie es um Ihr Wissen zum bekanntesten Börsenbarometer des Planeten bestellt ist.

Die Redaktion von FONDS professionell ONLINE wünscht wie immer viel Spaß!