Dass man dafür bezahlen muss, wenn man Staaten wie Deutschland, der Schweiz oder den Niederlanden Geld borgt, hätte man sich vor 20 Jahren nicht vorstellen können. Dennoch ist es längst Realität. Staatsanleihen, jahrzehntelang das Fundament jedes längerfristig orientierten Wertpapierportfolios, erfüllen ihre traditionelle Rolle heute nicht mehr – entweder muss man negative Renditen oder aber höhere Risiken in Kauf nehmen.

Das ist vor allem für institutionelle Investoren ein Problem, weil sie vielfach gezwungen sind, diese Anlageklasse vergleichsweise hoch zu gewichten. Aber auch in der privaten Kapitalanlage stellen Papiere staatlicher Emittenten nach wie vor ein fast unverzichtbares Werkzeug zur Ertragsstabilisierung dar – kaum ein Anleger hält es nervlich aus, ausschließlich in Unternehmensanleihen und Aktien zu investieren. Außerdem gibt es auch heute noch eine Vielzahl von Staatsanleihen, die positive Renditen aufweisen – das damit verbundene Währungsrisiko ist allerdings zu berücksichtigen.

Aus diesem Grund muss man den Markt für Staatsanleihen auch dann im Auge behalten, wenn die einzelnen Titel unter Renditegesichtspunkten wenig attraktiv sind. Wie gut Sie diesen Bereich kennen, können Sie in unserem Quiz überprüfen. (gf)