Mittlerweile haben rund 40.000 Geschädigte des Wirecard-Skandals Forderungen angemeldet, die sich auf 15,8 Milliarden Euro belaufen. Demgegenüber steht weniger als eine Milliarde Euro, die Insolvenzverwalter Michael Jaffé bislang laut "Handelsblatt"-Informationen eintreiben konnte. Um alle Forderungen zu prüfen und zu bearbeiten, sei "ein Zeitaufwand von mehreren Jahren nicht unwahrscheinlich", zitiert die Tageszeitung Jaffé. Der Insolvenzverwalter macht zugleich wenig Hoffnung: Er habe zwar eine Vielzahl verdächtiger Zahlungen identifiziert, doch Rückzahlungen seien nicht zu erwarten. 

Der Löwenanteil dieser verdächtigen Zahlungen befindet sich Jaffé zufolge im Umfeld des Third-Party-Acquirer- (TPA)-Geschäfts von Wirecard. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob diese Geschäfte mit externen Partnerfirmen überhaupt existierten. Bis zu 1,9 Milliarden Euro aus TPA-Geschäften waren vermeintlich auf Treuhandkonten in Singapur und den Philippinen geparkt. Jaffé hat sämtliche Kontoauszüge der entsprechenden Banken nun ausgewertet und kommt zu einem ernüchternden Schluss: "Das behauptete und bilanzierte TPA-Geschäft mit Milliardenerträgen hat es nicht gegeben", zitiert der "Spiegel" den Insolvenzverwalter. (fp)