Wohnungen und Einfamilienhäuser werden in mehreren deutschen Metropolen bereits zu geringeren Preisen zum Kauf angeboten als noch in den ersten drei Monaten des Jahres. Dies zeigt das "Wohnbarometer" der Online-Plattform für Wohnimmobilien Immoscout 24 für das zweite Quartal 2022. Dem aktuellen Marktreport zufolge haben die Angebotspreise in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart gegenüber dem Vorquartal im Schnitt um bis zu 6,6 Prozent nachgegeben. Grund dafür sind die höheren Zinsen von über drei Prozent, die die monatlichen Raten in die Höhe treiben und zu einer Zurückhaltung auf der Käuferseite führen.

"Der Immobilienmarkt befindet sich in einer Phase der Anpassung an die neue ökonomische Realität, die im Käufermarkt vor allem durch das neue Zinsniveau geprägt ist", erklärt Thomas Schroeter, Geschäftsführer von Immoscout 24. Erstmals seit der Finanzkrise 2008 seien so deutliche Preiskorrekturen, vor allem bei Neubau-Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern in Bestand und Neubau zu beobachten.

Noch leichter Preisauftrieb in Gesamtdeutschland 
In der gesamtdeutschen Betrachtung erlebten Wohnimmobilien zum Kauf zuletzt allerdings noch einen leichten Preisauftrieb, wie das "Wohnbarometer" zeigt. So wurden Bestands-Eigentumswohnungen bei Immoscout 24 im zweiten Quartal 2022 um zwei Prozent teurer angeboten als im ersten Quartal des Jahres. Neubau-Eigentumswohnungen verteuerten sich im Durchschnitt um 2,9 Prozent. Bei Einfamilienhäusern im Bestand stiegen die Angebotskaufpreise um 2,4 Prozent und im Neubau um 3,5 Prozent. 

Damit hat sich die Preisdynamik aber deutlich abgeschwächt. Im ersten Quartal zeigte das "Wohnbarometer" noch eine Steigerung der Angebotskaufpreise von Bestands-Eigentumswohnungen um 5,1 Prozent und im Neubau von drei Prozent. Auch Einfamilienhäuser verteuerten sich im ersten Quartal im Bestand noch um 4,6 Prozent und im Neubau um 4,5 Prozent  

Stagnation oder Preisrückgang
Bis zum Jahresende erwartet Immoscout 24 für Gesamtdeutschland nur noch eine moderate Preisentwicklung für bestehende Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser und etwas deutlichere Preiszuwächse für Neubau-Wohnungen und neue Einfamilienhäuser. In den Metropolen prognostiziert das "Wohnbarometer" einen Trend zur Stagnation bei bestehenden Wohnungen in Frankfurt am Main und Hamburg sowie einen leichten Preisrückgang in Düsseldorf und München. 

Für Neubau-Wohnungen geht Immoscout 24 in den Metropolen aufgrund der jeweiligen Nachfrage-Entwicklung von weiteren Preiskorrekturen zwischen einem und bis zu sieben Prozent aus. Die Angebotskaufpreise für Einfamilienhäuser in Bestand und Neubau werden voraussichtlich bis Jahresende in Berlin und Frankfurt am Main stagnieren und in den anderen Metropolen tendenziell weiter rückläufig sein. (am)