Für Miteigentümer deutscher Wohnimmobilien waren die vergangenen zehn Jahre ausgesprochen erfolgreich. Die durchschnittliche Wertentwicklung der Anlageklasse lag in diesem Zeitraum bei rund sechs Prozent pro Jahr. "Einer der wesentlichen Treiber der Immobilienentwicklung der vergangenen Jahre sind die historisch niedrigen Zinsen", erklärt Mathias Lebtig, geschäftsführender Gesellschafter von FP Asset Management in Freiburg. Da seien zum einen die attraktiven Kreditzinsen von immer noch um die ein Prozent, zum anderen der Anlagezins.

Als zweiten Einflussfaktor für die Preise hat der Experte eine Kombination aus Urbanisierung und demografischem Trend identifiziert. Dieser wirkt allerdings eher belastend: Es würden weiterhin mehr und mehr Menschen von ländlichen Gebieten in die Städte ziehen, prognostiziert Lebtig. Hinzu komme, dass die Kinder der Babyboomer-Generation aus ihrem eigentlich zu großen Elternhaus ausziehen und oftmals selbst schon Immobilieneigentümer sind. "Diese Kombination lässt in den nächsten Jahren eine Abnahme der Nachfrage und ein höheres Angebot erwarten", so der Experte.

Flexibel mit Immobilien-ETFs
Kommen dazu auch noch regulatorische Eingriffe wie ein Mietendeckel oder höhere Steuern, könnten Direktinvestitionen in den Wohnungsmarkt unattraktiver werden. Um Klumpenrisiken zu vermeiden und flexibel zu bleiben, rät Lebtig Anlegern zu Immobilien-ETFs. Aktien von Immobilienunternehmen wie Vonovia oder auch REITs seien aufgrund ihrer Ausschüttungen international gefragt. Zur weiteren Streuung könnten Investoren US-amerikanische und asiatische Immobilienaktien beimischen. "Die Preistransparenz bei Immobilien-ETF geht mit höheren Schwankungen einher, die jedoch beim immobilientypischen langfristigen Anlagehorizont als Vermögensbeimischung nicht stören sollten", sagt Lebtig. (fp)