So viel Optimismus hat es in der neunjährigen Geschichte des Citi-Investmentbarometers noch nicht gegeben: 61 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen damit, dass der Goldpreis in den kommenden zwölf Monaten steigen wird. Im Vorquartal hatte nur knapp die Hälfte einen Preisanstieg erwartet. "Die zunehmenden weltwirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten haben dem Gold-Sentiment zu einem bemerkenswerten Stimmungsaufschwung verholfen", kommentiert Dirk Heß von der Citigroup Global Market Europa AG.

Auch bei der Entwicklung der Zinsen haben die Umfrageteilnehmer eine klare Meinung – allerdings sind sie in dieser Frage deutlich weniger zuversichtlich. Rekordverdächtige 38 Prozent der Anleger rechnen auf Sicht von drei Monaten mit fallenden Zinsen. Damit habe sich die Pessimisten-Quote im Vergleich zum Vorquartal nahezu verdoppelt, heißt es in dem Bericht des Citi-Investmentbarometer. Bei der Umfrage werden alle drei Monate private und professionelle Anleger zu ihren Markteinschätzungen befragt. Im dritten Quartal nahmen 437 Personen teil.

Geldpolitik der Zentralbanken beeinflusst die Stimmung maßgeblich
Zum Optimismus unter den Goldanlegern einerseits und dem Pessimismus der Zinsbeobachter andererseits habe auch die erneute Lockerung der Gelpolitik durch die jüngsten Beschlüsse der Notenbanken beigetragen, sagt Citigroup-Experte Heß. "Die Zeit der Niedrigzinsen scheint damit auf unbestimmte Zeit in die Verlängerung zu gehen." (fp)