2019 war ein erfreuliches Jahr für Investoren – und die Chancen stehen gut, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. "Wir erwarten für das Jahr 2020 eine weitere Stabilisierung. In den meisten Ländern, ausgenommen Staaten mit hausgemachten politischen Problemen wie Venezuela oder Argentinien, wächst die Wirtschaft weiter", sagt Christian Nemeth, Chefanlagestratege bei der Zürcher Kantonalbank Österreich.

Eine unmittelbar bevorstehende globale Rezession fürchtet er nicht. Im Gegenteil: Wenn die Umstände weiterhin günstig bleiben, könnte sich das Wachstum sogar beschleunigen. An der geopolitischen Front ist vorerst keine Eskalation zu fürchten. Im Handelskrieg zwischen China und den USA ist mit der Unterzeichnung des Phase-1-Abkommens Ruhe eingekehrt. Diesen Erfolg will US-Präsident Donald Trump für den Wahlkampf nutzen und medial ausschlachten, glaubt Nemeth. "Die Präsidentenwahl im November 2020 nimmt darüber hinaus Einfluss auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Trump will mit Sicherheit im Wahljahr eine militärische Auseinandersetzung vermeiden und der Iran steht wirtschaftlich unter Druck", sagt der Anlageprofi.

Staatsanleihen verlieren
Aktien bleiben für Investoren damit auch 2020 alternativlos. Von Staatsanleihen sollten Anleger dagegen weiterhin die Finger lassen, sagt Nemeth und rechnet vor: Die Rendite einer zehnjährigen österreichischen Staatsanleihe liegt bei minus 0,1 Prozent, die Dividendenrendite des wichtigsten österreichischen Aktienindex ATX bei 3,6 Prozent. Bei gleichbleibender Dividendenrendite müsste der ATX binnen zehn Jahren um 31 Prozent sinken, damit eine Investition in eine der zehnjährigen österreichischen Staatspapieren eine vergleichbare Performance aufweist. (fp)