Einige Hedgefonds mussten für ihre Wetten auf Kursverluste bei Gamestop und andere Aktien teuer bezahlen. Ihre Verluste durch den auf Social-Media-Plattformen herbeigeführten "Short Squeeze" summieren sich seit Jahresbeginn auf rund 12,5 Milliarden Euro. Trotzdem hat der von kampfeslustigen Kleinanlegern angezettelte "Zockerkrieg" der Hedgefonds-Branche insgesamt nicht geschadet. "Das Geschäftsmodell hat nicht einmal gewackelt", sagt Feri-Manager Marcus Storr im Gespräch mit dem "Handelsblatt". 

Vielleicht hat die Angelegenheit ja auch ihr Gutes: Ihre Lehren dürfte die Zunft aus der Causa Gamestop auf alle Fälle ziehen. Storr zufolge beobachten Hedgefonds-Verantwortliche seither systematisch die relevanten Blogs und Chats, in denen sich die Trader zu weiteren Aktionen verabreden. Außerdem würden sie ihre Short-Positionen stärker streuen und große Positionen in einzelnen Titeln meiden.

Leerverkäufe sind keine Spekulation
Zahlreiche Hedgefonds sind laut Storr deshalb dazu übergegangen, ganze Indizes leer zu verkaufen. Von dieser Taktik hält er allerdings nicht viel. "Wir denken, bei einer gezielten Auswahl und Bewertung von Einzeltiteln ist der Erfolg größer", sagt der Feri-Experte. Im Übrigen würden Hedgefonds Aktien nicht aus ihnen häufig unterstellten niederen Beweggründen leerverkaufen, sondern weil das Unternehmensmanagement schlecht sei, weil es betrüge oder schlicht, weil das Geschäftsmodell unprofitabel sei und die Aktie deshalb überbewertet scheint. (fp)