"Zu früh für eine Entwarnung": Finanzprofis ordnen die Waffenruhe ein
Die Aktienkurse schießen nach oben, der Ölpreis bricht ein: Anleger rund um den Globus reagieren erleichtert auf die angekündigte Kampfpause im Iran. Klar ist aber auch: Der Weg zu einem echten Frieden ist weit. FONDS professionell ONLINE hat erste Stimmen aus dem Markt eingefangen.
Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran hat an den Finanzmärkten für starke Kursbewegungen gesorgt. Der Preis für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent gab am Mittwochmorgen (8.4.) zeitweise um bis zu 16 Prozent nach. Einen solchen Preiseinbruch gab es seit April 2020 nicht mehr. Am Vormittag wurde Brent zu knapp 95 US-Dollar je Barrel gehandelt und war damit rund zehn Prozent günstiger als am Vorabend.
Die Aktienkurse schossen nach oben: Der Dax lag im frühen Handel fast fünf Prozent im Plus und überstieg die Marke von 24.000 Punkten. Der Euro Stoxx 50 legte in einer ähnlichen Größenordnung zu. An der Wall Street signalisierten Terminkontrakte deutliche Kursgewinne. In der Bilderstrecke oben hat FONDS professionell ONLINE erste Reaktionen aus der Finanzbranche auf den Waffenstillstand zusammengetragen – einfach durchklicken.
Straße von Hormus für zwei Wochen geöffnet
Die zweiwöchige Kampfpause soll die amerikanisch-israelischen Militärangriffe stoppen, im Gegenzug will Teheran die Straße von Hormus wieder öffnen. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Waffenruhe sei an die Wiederöffnung der Meerenge durch den Iran geknüpft und werde es ermöglichen, eine Vereinbarung "abzuschließen und zu vollziehen".
Der Iran stimmte dem Waffenstillstandsvorschlag Pakistans zu. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, eine sichere Passage durch die Straße von Hormus sei für zwei Wochen in Abstimmung mit den Streitkräften des Landes möglich. Auch Israel habe der Kampfpause zugestimmt, erklärte ein Vertreter des Weißen Hauses.
Weitere Verhandlungen angekündigt
Nach Angaben der Nachrichtenagentur "Associated Press" sieht der aktuelle Plan vor, dass der Iran und Oman Gebühren für Schiffe erheben dürfen, die die Straße von Hormus passieren. Trump sagte, die USA würden helfen, den Schiffsverkehr in der Meerenge zu bewältigen.
Delegationen aus den USA und dem Iran seien eingeladen, sich am Freitag in Islamabad zu treffen, um über eine "abschließende Vereinbarung" weiter zu verhandeln, erklärte Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif. (bm/Bloomberg)















