Die zweite Infektionswelle ist mittlerweile in vollem Gange, ab Anfang November gelten wieder strengere Regeln für die Bundesbürger, um der Pandemie entgegen zu wirken. Doch während viele Geschäft schließen müssen und einige Unternehmen ins Straucheln geraten, können Verbraucher sich zumindest über eine Folge der Krise freuen. Die Bauzinsen verharren seit Monaten auf niedrigstem Niveau. "Auch im Jahr 2021 erwarte ich ein extrem niedriges Zinsniveau, vor allem weil die EZB den Zinsmarkt weiterhin massiv manipulieren wird", sagt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender beim Immobilien-Finanzierer Dr. Klein. 

Zwar sei der Bestzins für zehnjährige Hypothekendarlehen Anfang der Woche leicht gestiegen, von 0,36 Prozent im September auf aktuell 0,41 Prozent. "Der minimale Anstieg läutet allerdings keinesfalls eine Trendwende ein, sondern ist lediglich auf kurzfristige Schwankungen zurückzuführen", sagt Neumann. Der Bestzins für 20 Jahre Zinsbindung ist sogar auf einen neuen Tiefstand von 0,79 Prozent gesunken. Erst im Februar unterschritt er erstmals in der Geschichte die Ein-Prozent-Marke. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren pendelte der Bestzins für 10-jährige Zinsbindungen noch zwischen drei und vier Prozent.

Rechtzeitig absichern
"Da niemand sagen kann, wie das Zinsniveau in den kommenden fünf oder zehn Jahren aussieht, sollten sich Darlehensnehmer die aktuellen Bauzinsen möglichst lange sichern", rät Neumann. Eine Zinsbindung von mindestens 15 Jahren ermöglicht eine lange Planungssicherheit. Damit zum Ende der Zinsbindung zudem ein möglichst großer Anteil des Darlehens getilgt ist, sollten Baufinanzierer die günstigen Zinsen für eine hohe Tilgung von mindestens zwei Prozent nutzen. Zusätzlich zur Planungssicherheit sei gerade in Krisenzeiten außerdem Flexibilität wichtig, sagt Neumann. Das gilt vor allem für die monatliche Rate. (fp)