Anfang 2027, genau ein Vierteljahrhundert nach Einführung der Riester-Rente, wird die staatlich geförderte private Altersvorsorge grundlegend reformiert. Endlich. Das neue Altersvorsorgedepot vermeidet viele Konstruktionsfehler, die Riester über die Jahre zum Flop werden ließen.

Ein grundsätzliches Problem vermag aber auch das Altersvorsorgedepot wohl kaum zu lösen: die viel zu geringe Verbreitung der staatlich geförderten Vorsorge. Denn eines darf nicht vergessen werden: Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um die Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus auszugleichen. Angesichts dessen ist es erschreckend, dass nur jeder vierte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte überhaupt eine Riester-Rente abgeschlossen hat, wie eine 2025 veröffentlichte Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigt. Alle anderen nehmen de facto eine Rentenkürzung in Kauf – in den meisten Fällen wohl ohne sich dessen bewusst zu sein.

Sozialpolitisch wäre es seinerzeit deutlich sinnvoller gewesen, parallel zur umlagefinanzierten gesetzlichen Rente in die Kapitalmarktdeckung einzusteigen – nicht in der privaten, sondern in der staatlichen Säule. Hätte der Bund die Riester-Zulagen und die damit verbundenen Bürokratiekosten seit 2002 an der Börse investiert, wäre das neue Altersvorsorgedepot heute ein nettes Zubrot. So ist es schlicht eine Notwendigkeit, um den Lebensstandard im Alter auch nur annähernd halten zu können. Möge diese Botschaft diesmal bei mehr Menschen ankommen als seinerzeit bei Riester.