"Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Erträge", heißt es allenthalben. Man sollte tatsächlich frühere Verhältnisse nicht einfach in die Zukunft fortschreiben und sich darauf verlassen, dass sie so bleiben. Und dennoch ist der Satz nicht so gültig und richtig, wie er vorgibt zu sein.

Er dient in erster Linie zur präventiven Klageabwehr für den Fall, dass Anleger auf die Idee kommen, ihre möglicherweise ausbleibenden Erträge mit Verweis auf bisherige Erfolge vor Gericht einzufordern. Aber abgesehen davon ist es durchaus legitim, wenn Anleger ihre Entscheidung auch daran ausrichten, was ein Anbieter von Kapitalanlagen bisher so geleistet hat.

Je länger der Zeitraum, für den aktuell eine Entscheidung getroffen wird, umso weiter zurück sollte auch der prüfende Blick gehen. Das gilt insbesondere für illiquide Assets, bei denen es nicht vorgesehen ist, seinen individuellen Exit per börsentäglich möglicher Verkaufsorder selbst zu terminieren. Wer sich für einen zehn Jahre laufenden geschlossenen Fonds interessiert, ist gut beraten, mal zu schauen, ob es das Emissionshaus schon ähnlich lange gibt und welche Erfolge es bisher so vorzuweisen hat.

Freilich muss man dabei berücksichtigen, dass ehemalige Leistungsträger eventuell nicht mehr im Unternehmen sind, dass das Haus vielleicht einen neuen Eigentümer bekam, der einen Strategieschwenk vollzogen hat oder dass neue rechtliche Vorgaben gelten. Dennoch darf eine Leistungsbilanz als vertrauensbildende Maßnahme gelten – und diese ist bei Investments in Sachwerte, die ganz wesentlich eine Vertrauensfrage sind, besonders wichtig. Umso erstaunlicher, dass die Zahl der Emissionshäuser, die entsprechende Berichte vorlegen, in den vergangenen zehn Jahren von etwa 90 auf rund ein Dutzend geschrumpft ist.


Worauf Anleger und Berater bei Leistungsbilanzen achten sollten, um sich nicht von Darstellungstricks und der spezifischen Rhetorik täuschen zu lassen, lesen Sie in FONDS professionell 1/2022 ab Seite 224. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.