Der Luxemburger Fondsanbieter LRI wird Teil der global agierenden Apex-Gruppe (FONDS professionell ONLINE berichtete). Für LRI ist das eine gute Nachricht, denn der größere Verbund bringt zahlreiche Vorteile mit sich: Investitionen in Technologie und lästige Themen wie die Regulierung lassen sich als größere Einheit deutlich effizienter stemmen. Auf sich alleine gestellt wäre LRI eines Tages wohl schlicht zu klein gewesen, um wirklich mithalten zu können.

Apex hat zuletzt in rasantem Tempo Dienstleister für die Asset-Management-Branche akquiriert, darunter das Luxemburger Fondsgeschäft von M.M.Warburg samt Verwahrstelle und eine Einheit der Deutschen Bank, die alternative Investmentfonds administriert. Mit jedem Zukauf wird Apex ein noch wichtigerer Spieler auf dem globalen Markt der Fondsadministration.

Ein ähnliches Tempo legt Universal-Investment vor. Die Frankfurter Service- und Master-Kapitalverwaltungsgesellschaft will ihr administriertes Vermögen von aktuell 381 auf bald 500 Milliarden Euro steigern (FONDS professionell ONLINE berichtete). Das einleuchtende Argument: Nur wenn sich die immer weiter steigenden Kosten für Technologie und Regulierung auf mehr Fonds und ein größeres Volumen verteilen, lässt sich dieses Geschäft noch profitabel betreiben.

Das Geschäft mit Fondsinitiatoren ist nicht beliebig skalierbar
Doch die großen Wachstumsambitionen haben einen weiteren Hintergrund: Sowohl hinter Apex als auch hinter Universal-Investment stehen Private-Equity-Gesellschaften, konkret Genstar aus San Francisco und Montagu aus London. Das muss nichts Schlechtes sein. Die einst von SPD-Chef Franz Müntefering geprägte Metapher von den Heuschrecken, die Firmen aufkaufen, melken und wieder abstoßen, trifft nur auf sehr wenige Beteiligungsgesellschaften zu. Die meisten Private-Equity-Manager schlachten die akquirierten Unternehmen nicht aus, sondern machen sie fit für die Zukunft. Dennoch ist klar, dass die Beteiligungsfirmen ihre Portfoliounternehmen nicht dauerhaft halten und bewirtschaften möchten: Sie wollen in einigen Jahren mit Gewinn wieder aussteigen.

Genau dieser Punkt macht zumindest einige Sparten des Fondsservicegeschäfts für die neuen Eigner schwierig. Geht es um die reine Fondsadministration, ist der Fokus auf schnelles Wachstum richtig, um die gewünschten Skaleneffekte zu erzielen. Für das kleinteilige Geschäft einer klassischen Service-KVG, die Vermögensverwaltern bei der Umsetzung ihrer Fondspläne hilft, gilt diese Logik jedoch nicht. Die Fondsinitiatoren sind in der Regel sehr betreuungsintensiv. Dieses Geschäft lässt sich nicht beliebig skalieren.

Es ist außerdem wie kaum ein anderes als langfristige Partnerschaft angelegt: Ein Vermögensverwalter will sichergehen, dass "sein" Fonds auch in vielen Jahren noch professionell betreut wird, statt womöglich dem nächsten Eigentümerwechsel zum Opfer zu fallen.

Extraportion Überzeugungsarbeit nötig
Außerdem bringt ein neuer Vermögensverwalter-Fonds zumindest anfangs nur wenige Millionen Euro an Assets ein. Ein KVG-Manager, der seinen Private-Equity-Chefs rasche Erfolge melden will, kommt daher viel schneller voran, wenn er große, institutionelle Mandate gewinnt – auch wenn diese viel margenärmer sind als die klassischen White-Label-Publikumsfonds.

Universal-Investment beteuert, dass die Partnerfonds Kerngeschäft bleiben. Auch bei Apex/LRI deutet Stand heute nichts auf ein Ende der Kooperation mit Vermögensverwaltern hin. Und dennoch müssen diese Anbieter bei Fondsinitiatoren wohl eine Extraportion Überzeugungsarbeit leisten.