Zugegeben: Das Wort klingt spießig. Wer auf einer Party den Begriff "Fondssparplan" fallen lässt, läuft Gefahr, von seinem Gegenüber in eine Schublade gesteckt zu werden, die sonst für Omas geklöppelte Spitzendeckchen oder das gehäkelte Toilettenrollenhütchen reserviert ist. Zu schade zum Wegwerfen, aber nichts zum Herzeigen.

Doch in dieser Schublade haben Sparpläne nichts zu suchen. Ganz im Gegenteil: Das einstige Randgeschäft der Branche – zu kleinteilig, zu erklärungsbedürftig, zu margenschwach – mausert sich zum Umsatzgiganten. Beispiel Deka: Das Wertpapierhaus der Sparkassen führt mittlerweile über 3,3 Millionen Sparpläne, eine Million mehr als noch Ende 2016. Diese Zahl bezieht sich wohlgemerkt auf "normale" Fondssparpläne, VL- und Riester-Verträge sind darin noch gar nicht berücksichtigt.

Kleinvieh macht auch Mist
Die durchschnittliche Sparrate liegt bei 100 Euro im Monat. Was in den Ohren mancher Banker nach Kleingeld klingen mag, summiert sich auf fast vier Milliarden Euro im Jahr. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 konnte die Deka bei Privatkunden mit Fonds netto gerade mal 5,6 Milliarden Euro einwerben.

Bei Union Investment sind die Relationen ähnlich: Der Asset Manager der Volks- und Raiffeisenbanken betreut inzwischen 2,6 Millionen Sparpläne. Bei 157 Euro durchschnittlicher Sparrate spült das im Jahr satte 4,9 Milliarden Euro in die Fonds der Genossen. 2018 lag deren gesamtes Mittelaufkommen im Retailgeschäft bei 7,5 Milliarden Euro.

Eine gigantische Chance für die Branche
Auch andere Banken berichten in einer exklusiven Umfrage von FONDS professionell von einem wahren Boom des Fondssparens. Nicht nur die Zahl der Verträge steigt, sondern auch die Sparrate. Bei neuen Union-Investment-Sparplänen liegt die Rate mittlerweile bei 215 Euro, die Hypovereinsbank berichtet von gut 300 Euro. Das zeigt, dass Sparpläne kein Einsteigerprodukt mehr sind, sondern auch eine echte Option für Gutverdiener.

In einer Nullzinsära bleibt ihnen auch gar nichts anderes übrig: Lebensversicherung und Festgeld haben für den Vermögensaufbau ausgesorgt. Für die Asset-Management-Branche ist das eine gigantische Chance. Das haben viele, aber noch längst nicht alle Produktanbieter und Vertriebe erkannt.

Fondssparpläne sind jedenfalls auf dem besten Weg, beliebter zu werden, als es Spitzendeckchen und Toilettenrollenhütchen je waren. Vielleicht taugen sie eines Tages sogar fürs Partygespräch.


Die vollständige Analyse finden Sie in FONDS professionell 4/2019 ab Seite 388. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.