Aktive Fondsmanager haben während der Wirren der Corona-Krise im Frühjahr 2020 eine bessere Leistung abgeliefert als simpel gestrickte ETFs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices. Demnach konnten 58 Prozent der aktiven Portfoliolenker in Euro denominierte Fonds mit Fokus auf europäische Aktien im ersten Krisenhalbjahr 2020 den Vergleichsindex S&P Europe 350 übertreffen. Kehrseite der Medaille: In Aufschwungphasen machen die Manager ihre Besserleistung rasch wieder zunichte. So übertrafen in der ersten Jahreshälfte 2021 nur noch 30 Prozent den Index.

Dass sich gerade bei Marktturbulenzen die Spreu vom Weizen trennt, bestätigt ein weiteres Ergebnis der "Spiva Scorecard" getauften Untersuchung, im Rahmen welcher die Beobachter von S&P Dow Jones regelmäßig die Performance von Aktienfonds den entsprechenden Benchmarks des Hauses gegenüberstellen. So betrug bei Europa-Aktienfonds im ersten Halbjahr der durchschnittliche Abstand zwischen dem besten und dem schlechtesten Manager stolze 8,1 Prozentpunkte. In der bis ins erste Halbjahr 2021 fortdauernden Erholungsphase hingegen schrumpfte der Abstand auf 4,2 Prozentpunkte.

Mit Blick auf die regionalen Ergebnisse bestätigt sich eine weitere geläufige Annahme: Dass bei Nebenwerten aktives Management lohnt. So übertrafen im ersten Halbjahr 2021 satte 84 Prozent der britischen Small-Cap-Fonds ihren jeweiligen Vergleichsindex. Bei britischen Large- und Midcap-Fonds waren es nur 54 Prozent.

Auf lange Sicht hinterher
Auch wenn der S&P-Analyse zufolge aktive Manager kurzfristig und in Teilmärkten Erfolge feiern durften, bleibt das langfristige Bild ernüchternd. So schlug auf Sicht von zehn Jahren in keiner Kategorie mehr als die Hälfte der Manager die Benchmark. Im Gegenteil: Die Outperformance-Quote lag im Schnitt meistens unter 20 Prozent. Besonders schwach zeigen sich globale Aktienfonds in Euro. Über zehn Jahre gelang es nur zwei Prozent der Fondsverantwortlichen, den Vergleichsindex zu übertreffen.

Die Analysten von S&P Dow Jones schließen bei ihrer Untersuchung drei häufige Fehlerquellen aus: Erstens berücksichtigen sie auch Portfolios, die in der Zwischenzeit liquidiert oder verschmolzen wurden, schließlich standen diese Fonds Anlegern zum Investitionszeitpunkt noch zur Verfügung. Zweitens berechnet S&P sowohl gleichgewichtete als auch volumengewichtete Ergebnisse, denn die Performance eines zehn Milliarden Euro schweren Fonds beeinflusst den Durchschnittswert stärker als die eines zehn Millionen Euro kleinen Portfolios. Und drittens bereinigen die Analysten die Zahlen um Index- oder gehebelte Fonds, weil nur aktiv verwaltete Portfolios berücksichtigt werden sollen. (ert)