Die Deutsche Familienversicherung will als erster Versicherer in Deutschland den Sprachassistenten des Online-Händlers Amazon als Vertriebskanal nutzen. Interessenten sollen bald Policen über Alexa abschließen können, berichtet das "Handelsblatt". "Wir stehen kurz davor, eine Abschlussstrecke fertigzustellen, bei der der Kunde komplett auf Zuruf bei Alexa eine Versicherung von uns ordern kann", so Stefan Knoll, Vorstandschef der Deutschen Familienversicherung, gegenüber der Zeitung.

Auch andere Versicherer arbeiten mit Alexa, darunter Zurich, Generali und Allianz. Sie beschränken sich aber bislang darauf, Kunden von der Sprachbox über die Eigenschaften und Preise diverser Policen aufklären zu lassen. Der Abschluss einer Versicherung ist über Alexa bisher nicht möglich. Die Deutsche Familienversicherung wagt sich in juristisches Neuland – trotz der im Februar in Kraft getretenen EU-Richtlinie IDD, die höhere Ansprüche an den Versicherungsvertrieb stellt.

Branche im Umbruch
Die Deutsche Familienversicherung ist auf eventuelle Probleme vorbereitet. "Ich gehe davon aus, dass die eine oder andere interessierte Seite uns verklagen wird", so Vorstandschef Knoll gegenüber dem "Handelsblatt". Er ist allerdings davon überzeugt, dass künstliche Intelligenz und die Digitalisierung die bestehenden Strukturen in der Assekuranz aufbrechen werden: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Versicherungsbranche in ihrer bisherigen Form nicht mehr existieren wird, wenn dieser Umbruch erfolgt ist." (fp)