Allianz Global Investors wird den europäischen ETF-Markt in den kommenden Monaten mit fünf börsengehandelten Fonds unter der Marke "Allianz Smart Active ETF" betreten. Das gab der Asset Manager auf einer Presseveranstaltung in Frankfurt bekannt.

Geplant sind drei aktiv gemanagte Aktien-ETFs für die Anlageregionen Welt, USA und Europa. Sie sollen mit Hilfe eines systematischen Investmentprozesses bei überschaubarer Abweichung vom Vergleichsindex über die Zeit eine konsistente Outperformance erzielen. Angestrebt werde ein Tracking Error von einem bis drei Prozent, erläuterte Alexandra Auer, die den Vertrieb des Anbieters in der EMEA-Region leitet. Hinzu sollen zwei aktiv gemanagte Renten-ETFs kommen, einer auf Staats- und einer auf Unternehmensanleihen.

Erst Taiwan, dann Europa
Aufgelegt werden die ETFs in Irland. Zum Start sollen die Fonds in Deutschland, Italien, Großbritannien und der Schweiz zum Börsenhandel zugelassen werden. Weitere Anlageprodukte und Vertriebsländer sollen folgen. Zu den Kosten konnte sich Auer wegen ausstehender Genehmigungen der Finanzaufsicht noch nicht äußern. Allianz Global Investors rechne damit, dass die Auflage im Zeitraum von Juli bis September erfolgen könne, so die Vertriebsleiterin.

Der Fondsanbieter war im vergangenen Jahr in Taiwan in den Markt für aktive ETFs eingestiegen. Ende April kündigte die Asset-Management-Tochter des Münchner Versicherungskonzerns Allianz dann an, entsprechende Produkte auch in Europa lancieren zu wollen, ohne aber auf Details einzugehen.

Neue Vertriebskanäle erschließen
Auer zufolge ist der Markt für aktive ETFs in Europa zwar nach wie vor klein, er wächst aber sehr schnell. Börsengehandelte Fonds würden bei vielen Anlegern auf großes Interesse stoßen. Sie wüssten insbesondere die hohe Transparenz, den problemlosen Handel und den einfachen Zugang zu diesen Finanzprodukten zu schätzen.

Es gebe sowohl Raum für klassische Publikumsfonds als auch für aktive ETFs – die Gefahr, dass sich die beiden Produkttypen kannibalisieren, sehe sie nicht, betonte Auer. Vielmehr könne sich Allianz Global Investors mit der ETF-Palette neue Vertriebskanäle erschließen, in denen traditionelle Fonds keine Rolle spielten, beispielsweise Neobroker. (bm)