Die Deka stellt sich mit einem sehr günstigen Standardprodukt dem Wettbewerb um Kunden für das Altersvorsorgedepot. Die Effektivkosten für das Standardangebot sollen sich auf lediglich 0,1 Prozent pro Jahr belaufen, teilt das Wertpapierhaus der Sparkassen mit. Alternativ wird der Frankfurter Fondsanbieter ein aktiv gemanagtes Individualprodukt offerieren. Das Angebot soll ab Januar 2027 in allen Sparkassen vor Ort und digital über die Sparkassen-App verfügbar sein, so das Unternehmen.

Damit reagiert das Sparkassenlager auf Billigangebote von Neobrokern und Online-Vermögensverwaltern wie Scalable Capital, Quirion und Smartbroker. In der Branche wird damit gerechnet, dass sich diese Anbieter mit aggressivem Marketing und sehr günstigen Kosten einen großen Teil des Altersvorsorgedepot-Marktes und damit langfristig Kunden sichern wollen (siehe hierzu auch den Kommentar von FONDS professionell-Chefredakteur Bernd Mikosch: "Kundenakquise: Das Altersvorsorgedepot löst den ETF-Sparplan ab"). Der Vorstoß der Deka zeigt nun, dass sich die etablierten Geldhäuser in diesem Wettbewerb nicht kampflos geschlagen geben möchten.

Passive ETFs hier... 
"In beiden Varianten sind das Depot und die Zulagenverwaltung kostenlos", betont die Deka. "Beim Standardangebot fallen lediglich Kosten von 0,1 Prozent pro Jahr für die dahinterliegenden ETFs an." Dabei wird es sich um einen weltweit investierenden Aktienfonds sowie einen europäischen Rentenfonds handeln.

Die Kunden sollen zwei Möglichkeiten haben: "In der klassischen Variante wird das Geld zunächst vollständig in einen Aktien-ETF investiert. Fünf Jahre vor dem geplanten Rentenbeginn wird der Anteil des Aktien-ETFs auf 50 Prozent reduziert und in europäische Unternehmensanleihen umgeschichtet, zwei Jahre vor Rentenbeginn wird der Aktienanteil um weitere 20 Prozent reduziert", erläutert die Deka. "In der individuellen Variante des Standarddepots haben die Kunden zu gleichen Konditionen auch die Möglichkeit, den Aktienanteil während der gesamten Ansparzeit kostenlos und in Eigenregie in der Sparkassen-App anzupassen."

... aktiv gemanagte Fonds dort
Das individuell verwaltete Altersvorsorgedepot soll im Gegensatz zum Standardprodukt aus einem Portfolio von bis zu drei aktiv gemanagten Fonds bestehen. "Die Deka nimmt dabei entlang eines Lebenszyklusmodells eine fortlaufende Risikosteuerung im Portfolio des Kunden vor", heißt es in der Pressemitteilung. In jungen Jahren erfolge die Geldanlage vollständig in Aktien, bis zur Rente werde die Summe sukzessive in Anleihen- und zuletzt auch in einen Geldmarktfonds umgeschichtet.

Auch das individuell verwaltete Altersvorsorgedepot wird in zwei Ausprägungen angeboten: "Das chancenorientierte Modell reduziert den Aktienanteil deutlich später vor Rentenbeginn als das balanceorientierte Modell", so die Deka. Die effektiven Kosten dieses Individualprodukts beziffert der Anbieter abhängig von der konkreten Vertragslaufzeit auf 1,0 bis 1,5 Prozent pro Jahr.

"Gesamtgesellschaftliche Aufgabe"
Flankierend zum Standard-Altersvorsorgedepot möchte die Deka für Kinder und Jugendliche auch die Frühstart-Rente anbieten – ebenfalls zu 0,1 Prozent Effektivkosten. Alle Konditionen gelten noch vorbehaltlich der Genehmigung der Finanzaufsicht Bafin, die im November erwartet wird, betont das Unternehmen.

"Wir stehen vor einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, breiten Bevölkerungsschichten eine verlässliche Altersvorsorge zu ermöglichen", lässt sich Deka-Vertriebschef Dirk Peters in der Mitteilung zitieren. "Das neue Altersvorsorgedepot ist dafür die Basis." Das Angebot seines Unternehmens werde "am Markt sehr wettbewerbsfähig sein", ist Peters überzeugt. (bm)